So reagieren Vorarlbergs Veranstalter: “Geschlafen haben nicht nur die Politiker”

Kultur / 20.11.2021 • 11:00 Uhr
Im Theater am Saumarkt sowie am Landestheater werden am Samstag noch Stücke für Familien geboten, dann sind die Türen zu. <span class="copyright">VLT/Köhler</span>
Im Theater am Saumarkt sowie am Landestheater werden am Samstag noch Stücke für Familien geboten, dann sind die Türen zu. VLT/Köhler

Das Landestheater erwartet große Einnahmenverluste, Coronahilfen des Bundes werden verlängert.

Bregenz, Feldkirch, Wien Sabine Benzer leitet mit dem Theater am Saumarkt in Feldkirch ein Unternehmen, in dem sich quasi die Kulturszene des Landes spiegelt. Vom philosophischen Diskurs über Konzerte jeglichen Genres, Theater- und Literaturveranstaltungen sowie Angeboten für Kinder und Jugendlichen ist das Angebot vielfältig, hoch anspruchsvoll und niederschwellig. Das Programm für den Dezember steht, mit dem Verbot sämtlicher Veranstaltungen ist zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern abzusagen. Das schmerze sie besonders, bemerkt Benzer.

Sie hofft, dass die Einnahmenausfälle der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler abgegolten werden. Gleichzeitig befürchtet sie, dass es nach zwei bzw. drei Wochen wiederum keine verbindlichen Aussagen zum Lockdownende geben wird. Vor dieser Situation steht sie seit Monaten. Man entwarf ein Programm, um den Menschen wieder die wichtigen kulturellen Begegnungen zu ermöglichen und musste dann alles wieder absagen.

Großes Minus am Landestheater

Die Premiere des Familienstücks “Pünktchen und Anton” wird noch stattfinden, danach sind auch die Türen des Vorarlberger Landestheaters geschlossen. Werner Döring, Geschäftsführer der Kulturhäuser Betriebsgesellschaft, bezeichnet das Familienstück auch hinsichtlich der Einnahmen als eines der “besonderen Ereignisse” der Saison. Gut 10.000 Besucherinnen und Besucher zieht man im Normalfall damit an. Nachdem diese Produktion bereits im letzten Jahr pandemiebedingt abgesagt werden musste, ist man auch heuer wieder weit davon entfernt. Das Minus bei den Eigenerlösen sei somit beachtlich. In der jetzigen Maßnahme sieht er eine “gewisse Notwendigkeit”. Während viele den Politikern ein “Verschlafen über den Sommer” ankreiden, meint er im Gespräch mit den VN, dass wohl zwei Gruppen geschlafen hätten, die erwähnten Politiker und jene Menschen, die nicht bereit sind, die Verantwortung jedes einzelnen zu erkennen: “Stichwort Impfen”.

Coronahilfen werden verlängert

Derweil versprach Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer die Verlängerung zahlreicher Coronahilfen. Als Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen wurde der NPO-Fonds bis zum ersten Quartal 2022 verlängert und mit zusätzlichen 125 Millionen Euro dotiert. Die Situation für den Kunst- und Kulturbetrieb bezeichnete sie als einen “erneuten Rückschlag, der sich nicht beschönigen lässt”.