Mit Codes, Pixel und fraktalen Systemen

Kultur / 19.11.2021 • 20:20 Uhr
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Ausstellung der Künstlerin Julie Monaco im Bildraum.

Bregenz Im Bildraum in Bregenz sind gegenwärtig die Arbeiten der letzten 20 Jahre einer außergewöhnlichen Künstlerin zu sehen. Unter dem Titel „Kaltwasser“ zeigt Julie Monaco imposante, irritierend schöne Fotografien von Naturlandschaften, stürmischer See und fulminanten Wolkenformationen. Das suggerieren ihre Werke auf den ersten Blick, aber bei genauerem Hinsehen erschließt sich, dass den großformatigen Bildern kein reales Vorbild zugrunde liegt. Sie wurden tatsächlich am Computer gemacht – basierend auf numerischen Codes und teils verbunden mit wenigen Pinselstrichen. Seit 2001 beschäftigt sich Julie Monaco mit digitaler Bildgenerierung mittels fraktaler Strukturen. Ihre Arbeiten sind künstlich, digital erststellt, wirken aber für den Betrachter wie eine natürliche Landschaft. Die Fraktalkunst ist eine relativ weit verbreitete Unterform der digitalen Kunst. Fraktale können natürliche Erscheinungen naturgetreu wiedergeben, weshalb sich die fraktale Geometrie besonders für die Kreation von Wolken, Bergen, Bäumen und Meeresoberflächen eignet.

Numerierter Code als Basis

Julie Monaco nützt und beherrscht in kongenialer Weise die Möglichkeiten der Computertechnologie. Sie erzeugt eine künstliche, abstrahierte Realität auf der Basis eines numerischen Codes. Das Ergebnis wird durch eine zuvor konkret festgelegte Rechenoperation erreicht. Wie diese erstaunlich einnehmenden Bilder entstehen, aus unendlich vielen Reihen von Codes, ist ersichtlich auf dem Zahlenbild und der Zahlenanimation im Videoraum. Die Herkunft der digitalen Kunstwerke gerät jedoch in Vergessenheit, wenn man vor den imposanten Arbeiten steht.

Die den Bildern zugrunde gelegten Rechenarten sind ein reales Sinnbild unserer hochkomplexen, vernetzten Welt. Julie Monaco zeigt uns die eine Seite der Münze: die Zahl, die Codes. Das vorenthaltene Bild auf der Rückseite der Münze muss zunächst Sache unserer Vorstellungskraft bleiben.

Julie Monaco studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo sie die Meisterklassen für freie Graphik und Bildhauerei belegte und im Studio für neue Medien tätig war. 1998 wechselte sie zur Universität für angewandte Kunst und spezialisierte sich auf medienübergreifende Bild- und Raumgestaltung. yas

Die Ausstellung ist am Samstag noch zu sehen und wird später verlängert.
Die Ausstellung ist am Samstag noch zu sehen und wird später verlängert.

Die Ausstellung ist im Bildraum Bodensee in Bregenz (Alte Post, Seestraße) am Samstag, 11 bis 16 Uhr, noch zu sehen. Nach dem Lockdown soll sie verlängert werden.