Im internationalen Kunstkontext stets stärker wahrgenommen als hierzulande

Kultur / 12.11.2021 • 22:13 Uhr
Die Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises an Martha Jungwirth (im Bild mit einer ihrer Arbeiten) erfolgt am 15. November. APA
Die Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises an Martha Jungwirth (im Bild mit einer ihrer Arbeiten) erfolgt am 15. November. APA

Künstlerin Martha Jungwirth erhält den Großen Österreichischen Staatspreis.

Wien Die Künstlerin Martha Jungwirth erhält den Großen Österreichischen Staatspreis für das Jahr 2021. Das gab Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer bekannt. Die höchste Auszeichnung der Republik für ein künstlerisch herausragendes Lebenswerk ist mit 30.000 Euro dotiert und wird auf Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats vergeben.

Als eines der jüngsten Werke gestaltete die heute 81-Jährige den Eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper für die Saison 2019/20, dem sie auf 176 Quadratmetern ein „Trojanisches Pferd“ verpasste. Bekannt wurde die 1940 in Wien geborene Künstlerin 1968 mit einer gemeinsamen Ausstellung mit Wolfgang Herzig, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz und Franz Ringel, als sie als lose Gruppe „Wirklichkeiten“ in der Secession ein Zeichen gegen das Informel setzten. Dennoch war Jungwirth in dieser Gruppe von Künstlern immer eine Ausnahme, da ihr Werk stets an der Grenze zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei angesiedelt war. Ihre große Liebe gilt seit jeher dem Aquarell, aber auch Ölbilder finden sich in Jungwirths international anerkanntem Werk. 2018 waren auch ihre jüngsten Arbeiten in einer Retrospektive der Albertina zu sehen: Die plastischen Öl-Arbeiten widmeten sich etwa den Unruhen in der Türkei oder dem Werk Vladimir Nabokovs. Nach ihren ersten Erfolgen in den 1960er-Jahren ging die Wienerin für einige Monate nach New York. 1977 nahm sie an der documenta VI in Kassel teil, ebenso 1982. 2012 wurde sie mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet, 2018 erhielt sie den Oskar-Kokoschka-Preis 2018.

Impulse in der Malerei

Die letzte Präsenz in der Region erfolgte vor einiger Zeit mit einer großartigen Schau  im Kunstmuseum Ravensburg. Dabei erinnerte man sich an die Aussage von Gerald Bast bei der Verleihung des Kokoschka-Preises: „Sie setzte mit ihren virtuosen, kraftvollen und doch sensiblen Arbeiten wichtige Beiträge und Impulse in der Malerei. Im internationalen Kunstkontext wurde und wird Martha Jungwirth stärker wahrgenommen als in Österreich, wo sie arbeitet und lebt.“