Was die Festspiele für das Jahr 2022 planen

Über 80 Produktionen, darunter Uraufführungen, das Burgtheater und David Pountney kommt als Regisseur zurück.
Bregenz Schon im August hatte es sich abgezeichnet, nun ist es fix: David Pountney, Intendant der Bregenzer Festspiele von 2004 bis 2014, wird mit der Komponistin Ena Brennan für das Opernatelier ein Werk schaffen.
Noch trägt die Produktion keinen Namen, aber bereits im Jänner nächsten Jahres erfolgt der erste Einblick, die Aufführung soll dann im Sommer 2024 stattfinden. Was die VN bereits berichteten, wurde bestätigt: das Wiener Burgtheater ist auch im kommenden Jahr zu Gast. Die Aufführung von Jean Paul Sartres “Geschlossene Gesellschaft” findet schon im April statt. Es inszeniert Burgtheaterdirektor Martin Kusej.

Insgesamt acht Musiktheaterproduktionen wird es im Sommer 2022 geben, neben “Madame Butterfly” (die Festspiele verzichten auf die italienische Schreibweise “Madama”) von Giacomo Puccini auf der Seebühne und “Sibirien” von Umberto Giordano im Festspielhaus, jenen Programmpunkten, die längst publiziert wurden, sind das “Armida” von Joseph Haydn im Opernstudio, “Kapitän Nemos Bibliothek” von Johannes Kalitzke, eine Koproduktion mit den Schwetzinger Festspielen, sowie “Melencolia” von Brigitta Muntendorf auf der Werkstattbühne. Letzteres ist ein Auftragswerk der Festspiele an die derzeit wohl herausragendste, für neue Musik stehende deutsche Komponistin. Dazu kommt die Familienoper “Die Zeitreisemaschine” von Detlef Heusinger im Rahmen der “Jungen Festspiele”, wie das Cross culture Programm nun genannt wird, sowie die Produktion “Vergissmeinnicht” mit dem Vorarlberger Ensemble Die Schurken. Da die Aufführung der Rossini-Oper “Die Italienerin in Algier” im vergangenen Sommer noch am Tag der Premiere wegen eines Corona-Falls abgesagt werden musste, wird diese Inszenierung von Brigitte Fassbaender im Juli noch vor der Festspieleröffnung gezeigt.

Eine neue Initiative ist die Orchesterakademie, in deren Rahmen Studierende am Landeskonservatorium mit den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada die Symphonie fantastique von Berlioz erarbeiten.
Das Deutsche Theater Berlin kommt mit einer neuen Übersetzung von Shakespeares “Der Sturm”, die Jan Bosse inszeniert. Damit sind zwei große Schauspielproduktionen im Programm, das selbstverständlich noch die Konzerte der Wiener Symphoniker enthält (u.a. mit dem dritten Aufzug aus der Wagner-Oper “Siegfried” und einem Schostakowitsch-Konzert, für das der aus Bregenz stammende Kian Soltani engagiert werden konnte). Ein konzertanter Auftritt des Symphonieorchesters Vorarlberg gehört traditionell zum Festspielprogramm wie die Reihe Musik & Poesie – dieses Mal unter anderem mit Auftritten der gefeierten Sopranistin Marlis Petersen und dem Theatermacher Nikolaus Habjan.

Die Möglichkeit, eine “derart komplette Saison” planen zu können, verdanke man dem Publikum, betonte Intendantin Elisabeth Sobotka, womit sie darauf anspielte, dass sehr gut frequentierte Produktionen auf dem See sehr viel Programm ermöglichen. Die Energie, die die Festspiele erfahren, sei nicht abstrakt, sie äußere sich auch in Geld. “Der Erfolg hat uns Rückenwind gegeben”, ergänzte Festspielpräsident Hans-Peter Metzler. Michael Diem, der Kaufmännische Direktor, verwies darauf, dass im kommenden Sommer 26 Aufführungen auf dem See angesetzt werden, dass man gegebenenfalls aber offen sei für mehr.
“Madame Butterfly” wird von Andreas Homoki, derzeit Intendant an der Oper Zürich, inszeniert. Er wolle Figuren schaffen, mit denen sich das Publikum identifizieren könne. In der tragischen Geschichte der jungen Japanerin, die sich erhofft, durch die Beziehung zu einem amerikanischen Offizier aus ihrer Situation ausbrechen zu können, will er auch die Arroganz der Kolonialisten deutlich machen. Den VN verriet er, dass er dabei an ein Amerika der 50er-Jahre denke.
