Objekte, Poesie und Organisches im Künstlerhaus

Im Künstlerhaus in Bregenz steht Gegensätzliches auf dem Programm.
Bregenz Die aktuelle Ausstellung der Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler beeindruckt durch drei völlig unterschiedliche Positionen. Im Erdgeschoss und im Keller des Künstlerhauses in Bregenz setzt sich Elsbeth Gisinger-Fessler mit der Begrifflichkeit von „Deplacement“ auseinander. Raum, Körper und Objekte stehen im Vordergrund. Durch die Materialien Polyurethan, Fiberglas und Autolack ließ sie faszinierende organische Formen entstehen, unter anderem die Situation des letzten Abendmahls. „Ich arbeite mit Objektkunst und Installation. Mir war wichtig, auf die Räume des Künstlerhauses einzugehen und das Licht einzufangen.“

Im düsteren Keller hingegen zeigt Gisinger-Fessler eine Videoinstallation und ein Heilwasserregal. „Es ist dem Betrachter überlassen, an das Heilwasser zu glauben oder nicht, es geht um die Mystik zwischen Not und Heilung“, erklärt die Künstlerin.
Im ersten Stock zeigt der Künstler Albert Allgaier eine Auswahl an Arbeiten, die er als „Very Concrete Poetry“ betitelt. „Meine künstlerische Praxis bezeichne ich als sehr konkrete Poesie, was bedeutet, dass die Beschreibung des Werks das tatsächliche Werk ist und umgekehrt. Das Unvermittelbare steht durch Sprache und Schrift somit im Mittelpunkt“, beschreibt Allgaier seine Ausstellung. Er zeigt eine Auswahl von Werken der letzten Jahre. Der Betrachter wird von gänzlich weißen Wänden überrascht.

Das Dachgeschoss wird von Michael Mittermayer bespielt, der unter dem Titel „Blätter“ eine Reihe an Überarbeitungen, Übertippungen und Überzeichnungen ausstellt. Als Werkzeuge dienen dem Künstler seine „vier Elemente“: Deckweiß, Tusche, Edding-Stift und eine Schreibmaschine. Bei ihm trifft Organisches auf Geometrisches, Chaos auf Ordnung und Natur auf Künstlichkeit. Mittermayer hat für die Ausstellung ältere Arbeiten mit neuen kombiniert. Er überarbeitete herausgetrennte Buchseiten und ausgemustertes Bildmaterial. „Auch meine eigenen Bilder habe ich überarbeitet, es ist eine Art von Recycling, Vorhandenes wird weitergeführt oder zerstört“. Yasmin Ritter
Die Ausstellung im Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis in Bregenz (Gallusstraße) dauert bis 14. November. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertag 11 bis 17 Uhr.