Den Buchverlagen geht das Papier aus

Rohstoff Papier ist knapp. Günter Wohlgenannt von “Das Buch” rät dazu, frühzeitig an Weihnachtsgeschenke zu denken.
Dornbirn Mitte Oktober machen sich wohl die wenigsten über Weihnachtsgeschenke für ihre Liebsten Gedanken. Wenn Leseratten heuer nicht enttäuscht werden wollen, sollte man sich aber jetzt schon sputen. Der Rohstoffmangel wirkt sich nämlich auch auf den Druckerei- und Verlagsbereich aus. „Papier ist mittlerweile ein knappes Gut“, bestätigt auch Günter Wohlgenannt von der Buchhandlung „Das Buch“ im Messepark. Bei speziellen Papiersorten herrsche derzeit akuter Mangel. „Verlage haben damit ordentlich zu kämpfen.“ In der Vergangenheit hätten Verlage bei Buchtiteln, bei denen man die Nachfrage nicht abschätzen konnte, mit einer überschaubaren Erstauflage gestartet und bei Bedarf entsprechend nachgedruckt. „Das ist jetzt nicht mehr so einfach, weil schnelle Nachproduktionen oft gar nicht mehr möglich sind.“
Buchpreise angezogen
Auf den Papiermärkten sei es oft schwierig, das Material kurzfristig zu einem akzeptablen Preis zu bekommen. „Da geht es oft darum zu entscheiden, ob man abwartet und zu einem späteren Zeitpunkt druckt, oder den höheren Papierpreis in Kauf nimmt“, erläutert Wohlgenannt. Das mache sich hier und dort bereits bei den Buchpreisen bemerkbar. „Bei manchen Verlagen sind diese mehr oder weniger wie gehabt, bei anderen wiederum merkt man deutlich, dass die Preise angezogen haben“, konkretisiert der Buchhändler. Im Durchschnitt sei aber mit Preiserhöhungen im Buchhandel zu rechnen.
Gerade weil es mit der Nachproduktion Schwierigkeiten geben könnte, rät Günter Wohlgenannt dazu, Bucheinkäufe für Weihnachten frühzeitig zu tätigen. „Es kann durchaus sein, dass der eine oder andere gefragte Titel vergriffen ist und bis Weihnachten nicht nachproduziert werden kann.“ Vor allem im Bereich Kinderbücher, in dem eine große Nachfrage an dickerem Spezialpapier besteht, herrsche ein großer Mangel.
Gründe für den Papiermangel gibt es mehrere. Zum einen hänge das mit der Holzknappheit, zum anderen mit teuren Schiffsfrachten und den stockenden Lieferketten zusammen, die nicht mehr so selbstverständlich funktionieren wie vor der Coronapandemie. Das wirke sich aber nicht nur auf das Papier aus. „Auch Farbpigmente für den Kunst- und Bilderbuchbereich sind derzeit schwer zu bekommen“, informiert Wohlgenannt.
Branche konstant
Mit dem Umsatz und der Entwicklung in der Branche ist der Buchhändler „sehr zufrieden“. „Der Buchmarkt hat sich während der Coronapandemie trotz aller Herausforderungen als sehr konstant erwiesen, weil Kunden die Wichtigkeit erkannt haben, lokale Händler zu unterstützen.“ VN-TAS
„Es kann durchaus sein, dass der eine oder andere Titel bis Weihnachten vergriffen sein wird.“