Österreich hatte eine zentrale Rolle in der nationalsozialistischen Politik

Kultur / 15.10.2021 • 22:08 Uhr
Realisiert wurde das Ausstellungsprojekt auf dem Heldenplatz vom Haus der Geschichte Österreich in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften.apa
Realisiert wurde das Ausstellungsprojekt auf dem Heldenplatz vom Haus der Geschichte Österreich in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften.apa

Im Oktober 1941 begannen die großen Deportationen von Menschen in die Vernichtungslager.

Wien Die verbrecherische Rolle Österreichs hinsichtlich des Antisemitismus im NS-Staat und der Deportationen von Jüdinnen und Juden in die Vernichtungsstätten, macht nun die frei zugängliche Outdoorausstellung “Das Wiener Modell der Radikalisierung. Österreich und die Shoah” sichtbar. Zu sehen ist sie ab sofort am symbolträchtigen Heldenplatz. Anlass für die acht Stationen umfassende Freiluftschau ist der 80. Jahrestag der reichsweiten Deportationstransporte. Es folgten 39 weitere Transporte Zehntausender Menschen in die Konzentrationslager und Mordstätten des Regimes. Allerdings macht die Freiluftschau deutlich, wie früh Österreich bereits eine zentrale Rolle für die nationalsozialistische Politik spielte. So baute Adolf Eichmann 1938 die Wiener “Zentralstelle für jüdische Auswanderung” auf. Es war die erste Behörde dieser Art im NS-Staat, die die systematische Vertreibung und Beraubung der jüdischen Bevölkerung zum Ziel hatte. 1940 brachte Gauleiter Baldur von Schirach bei Hitler seinen Plan vor, Wien als erste Großstadt im Deutschen Reich “judenfrei” zu machen. Nach vereinzelten Deportationen im Frühjahr 1941 begannen Mitte Oktober dann die reichsweiten Transporte.

Die Ausstellung ist am Wiener Heldenplatz bis 10. Dezember frei zugänglich, Führungen freitags, 15.30 Uhr: hdgoe.at