Neues Leben eingehaucht

Kultur / 15.10.2021 • 20:35 Uhr
Löwenbaby und Eule in Fink'scher Malart.

Löwenbaby und Eule in Fink’scher Malart.

Ein bildender Künstler, ein Autor und der artgerechte Umgang mit Tieren.

Bregenz „So geht es mir saugut“, ließ Tone Fink vor gut einem Jahr wissen. Damals ereilte Künstler erstmals der Coronaschock. Keine Ausstellungen, keine Vernissage, keine Begegnung mit Publikum und Sammlern. Bildende Künstler zogen sich in die Ateliers zurück, Tone Fink (geb. 1944), dem seit Jahrzehnten die Abstraktion eigen ist bzw. die Objektkunst, das Filmemachen oder die Performance, begann sich den Zeitgenossen tierischer Art zu widmen. Kunstvoll, versteht sich, und das ist jenseits des Wortspiels gemeint.

Dass er ein ausgezeichneter Zeichner des Realistischen ist, hat sich da und dort in Ausstellungen oder bei der Erstellung von Trickfilmen bereits gezeigt. Jedenfalls weist das auch seine Biografie aus. Schon als Schüler hatte er das Zeichnen nach der Natur zum Erstaunen seines Umfeldes perfektioniert. Die Intuition war selbstverständlich ein Faktor, wenn Fink in seinen Jugendjahren Berge und Blumen strichelte, geschah das mit subjektiver Handschrift.

Buchprojekt

„Arche.Tone“ ist ein Buchprojekt mit Tierzeichnungen betitelt, die Fink zum Teil etwa in seinem Herkunftsort Schwarzenberg bereits öffentlich gemacht hat. Die Hinwendung zum Animalischen geschieht nicht nur aus der Lust, sich einmal der Mühe zu unterziehen und Härchen für Härchen zum Pelz werden zu lassen, der im künstlerischen Schaffen von Tone Fink als Pendant zur menschlichen Haut ohnehin breiten Raum einnimmt. Wenn sich Tone Fink auf die Spuren von gefiederten, behaarten, beschuppten oder nackten Gesellen begibt, dann ist das auch ein Aufzeigen der Bedrohung. Nicht selten sind es gefährdete Tierarten, die sein Interesse wecken und denen er Leben einhaucht und ab und zu drängt sich auch ein Fabelwesen dazwischen. Dass er ihnen witzige Details beifügt, entspricht seiner Fabulierlust.

Apropos Erzählung: Mit dem bekannten Vorarlberger Schriftsteller und Dramatiker Max Lang hat Fink einen Autor für das neue Buchprojekt gefunden, den die Bilder zu Texten anregten, in denen Existenzielles zum Ausdruck kommt. Man wird oft schmunzeln beim Durchblättern, man wird aber auch angenehm tief betroffen und intellektuell berührt sein.

„Ob ledern, knochig, haarig, federig oder hornig, Hauptsache Maulwinkel hochgezogen.“

Ein Schwarzmantelscherenschnabel mit Jungvogel.

Ein Schwarzmantelscherenschnabel mit Jungvogel.

Diese Lemurenart ist bereits sehr gefährdet.

Diese Lemurenart ist bereits sehr gefährdet.

Über sich selbst lachen: der Frosch bringt es zum Ausdruck.

Über sich selbst lachen: der Frosch bringt es zum Ausdruck.

Der Schnurrbartaffe zählt zu den jüngsten Bildern der Serie.

Der Schnurrbartaffe zählt zu den jüngsten Bildern der Serie.

Neues Leben eingehaucht

Das Buch “Arche.Tone” wird am 17. Oktober, 11 Uhr, mit einer Lesung von Max Lang im Künstlerhaus in Bregenz (Gallusstraße 10) präsentiert.