Beim Kulturbudget wie bei der Kulturstrategie gibt es Adaptierungsbedarf

Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink spricht von einer leichten Erhöhung bei den Kulturhäusern sowie einer weiteren Kulturenquete.
Bregenz Ganz so schwarz wie in diesem Jahr sieht es für die Vorarlberger Kulturhäuser im kommenden Jahr nicht aus, nach einer Kürzung der Landesbeiträge um drei Prozent für 2021, was de facto ohne Teuerungsabgeltung jeweils ein noch höheres Minus verursacht, steht für kommendes Jahr eine leichte Erhöhung im Raum. Man befinde sich mitten in den Budgetverhandlungen, bemerkte Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink, grundsätzlich sollte sich aber eine Indexanpassung für die Kulturhäuser ausgehen.

Ob die Höhe in der Tat der Teuerungsrate entspricht, konnte sie im Gespräch mit den VN nicht bestätigen. Betonen wollte sie jedoch, dass es in diesem Jahr für weitere Fördernehmer keine Kürzungen gab. Schöbi-Fink: “Das ist alles andere als selbstverständlich.” Der Einwand, dass sich bei vagen Indexanpassungen noch keine Zukunftsperspektiven für wichtige Einrichtungen auftun, wie es beispielsweise die Kulturhäuser, also das Vorarlberg Museum, das Landestheater und das Kunsthaus sind, sei nachvollziehbar, die Gespräche und Diskussionen werden, so die Politikerin, aber durchaus mit dem Willen geführt, dass wichtige Landeseinrichtungen eine Entwicklungschance brauchen.
Kulturenquete und Fair Pay
Ein Schwerpunkt im kommenden Jahr werde die Neuauflage der Kulturenquete sein. Eine solche, das heißt, ein Symposium, zu dem alle Leiterinnen und Leiter von Kulturunternehmen und Institutionen sowie im Kulturbereich tätigen Personen geladen sind, fand zuletzt Ende Februar 2015 statt. In den darauffolgenden Monaten wurde dann ein Kulturstrategiepapier erstellt, das man im Frühjahr 2016 präsentierte. Daraus ging unter anderem hervor, dass es in Vorarlberg ein Zuviel an Gleichem, anstelle von echter Vielfalt gibt. Das Papier soll nun evaluiert werden, somit wird überprüft, inwieweit die als Arbeitsprogramm definierte Kulturstrategie angepasst werden muss. Ein weiteres zentrales Thema sei die faire Bezahlung im Kulturbereich. Unter dem Begriff Fair Pay setzt die Kulturabteilung der Bundesregierung bereits Initiativen. In Vorarlberg wurde vor einiger Zeit eine Prekariatsstudie in Auftrag gegeben, die in Kooperation mit der Fachhochschule erstellt wird.
„Es ist auch Thema, dass wichtige Landeseinrichtungen eine Entwicklungschance brauchen.“
Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink
Zum Thema Vielfalt bzw. zuviel an Gleichem bemerkte Barbara Schöbi-Fink, dass es eine Qualitätsdiskussion geben muss.