Claus Peymann inszenierte “Der König stirbt”

Kultur / 26.09.2021 • 22:41 Uhr
Szene aus „Der König stirbt“ von Eugène Ionesco in den Kammerspielen der Josefstadt. APA/Theater/Schell
Szene aus „Der König stirbt“ von Eugène Ionesco in den Kammerspielen der Josefstadt. APA/Theater/Schell

Wien Die lebendigsten Momente von „Der König stirbt“ gab es beim Schlussapplaus: Strahlend arrangierte der 84-Jährige am Ende seines Debüts an den Kammerspielen des Wiener Theaters in der Josefstadt immer neue Verbeugungs-Kombinationen und nahm auch alleine den Jubel des Publikums entgegen. Seine Inszenierung hingegen wirkt wie eine Geschenk-Box, die allzu lange nicht aufgemacht wurde. Peymann zelebriert Ionescos Text, anstatt aufs Tempo zu achten. Es ist ein langatmiges Ringen um den letzten Atemzug, das dank Margit Koppendorfers Kostümen – von Ritterrüstung bis Reifrock – wie ein Clownspiel vom Sterben wirkt.

Das Treiben würde über weite Strecken wie ein die letzten Dinge heiter bis absurd abhandelndes Kindertheater wirken, gäbe es da nicht drei Aspekte, die dem Abend tiefere Dimension verliehen. Zum einen zeigt dieser 1962 uraufgeführte Klassiker des absurden Theaters ein rapide dem Verfall preisgegebenes Reich, in dem die Macht in Agonie liegt. Zum Zweiten geht es Ionescos König ab dem Moment seiner letale Diagnose wie Hofmannsthals Jedermann. Er beginnt zu feilschen, denn er sei noch gar nicht auf den Tod vorbereitet. Und schließlich geht es in „Der König stirbt“ unverhohlen auch um einen Bühnentod.