Den farbigen Klang zeitgenössischer Musik verdeutlicht

Kultur / 20.09.2021 • 20:11 Uhr
Das Janus-Ensemble trat im Theater am Saumarkt unter der Leitung von Christoph Cech mit enthusiastischem Gestaltungswillen auf.  vf
Das Janus-Ensemble trat im Theater am Saumarkt unter der Leitung von Christoph Cech mit enthusiastischem Gestaltungswillen auf.  vf

Eindrückliches Schallwende-Por­trätkonzert mit
Gerda Poppa und Christoph Cech.

FELDKIRCH Der letzte Abend der Schallwende-Konzertreihe war als Porträtkonzert der Vorarlberger Komponistin Gerda Poppa und dem oberösterreichischen Komponisten Christoph Cech gewidmet. Dieser leitete auch das Janus-Ensemble, das mit enthusiastischem Gestaltungswillen auftrat. Damit bewies es das, was Cech betonte: Auch bei zeitgenössischer Musik ist es unerlässlich, dass die Musiker eine emotionale Verbindung mit der von ihnen gespielten Musik herstellen.

In Gerda Poppas meist suitenhaft angelegten Werken präsentieren sich die Klangfarben von energisch bis sphärisch, rhythmisch geschichtet und in einer dichten Klangwelt. Diese machen die Vorstellung der Verbindung von Musik und Farbe anschaulich, bis sich der klangliche Kreis schließt. In dem Stück „Distanzen“ für Fagott und Klavier wird das Abstandhalten in Coronazeiten hörbar gemacht: Wenn zunächst das Klavier und das Fagott im Zwiegespräch sind, das Fagott allerdings hinter der Bühne antwortet, wird diese Distanz auch anschaulich. In verschiedenen Formen wird die Distanz verarbeitet, bis in dem originellen Dis-Tanz rund um den Ton Dis der ins Fagott gestopfte Mund-Nasen-Schutz in hohem Bogen davonfliegt und der gemeinsame Tanz eine Annäherung ermöglicht. Im Werk „BinAir“ für Sopransaxofon und Bassklarinette bildet eine binäre Zahlenfolge die Grundlage. Was zunächst kopflastig klingt, besticht durch klangliche Vielfalt.

Die Tonsprache von Christoph Cech bewegt sich zwischen zeitgenössischen Klängen und der Welt des Jazz. Das Stück „Aus metrischen Organismen 30er“, das vom gesamten Ensemble musiziert wurde, weist mit seiner groß gefassten metrischen Grundlage eines 30/8-Taktes auf die besondere Vorliebe des Komponisten für große Formen hin. Die verdichtete klangliche Verarbeitung vermittelt aufgeregte Aufmerksamkeit, die langsam zur Ruhe kommt, nur um wieder an Fahrt zu gewinnen. Cech entführte das Publikum daraufhin in die Welt der elektronischen Klänge, indem er mit einem Zwischenspiel für Synthesizer seine beiden Stücke verband. mf