Mit viel Sprachwitz

Kultur / 03.09.2021 • 16:55 Uhr
Mit viel Sprachwitz

Rafik Schami jongliert mit absurden Begebenheiten.

Erzählungen „Die deutsche Sprache ist so poetisch wie die französische, arabische oder italienische Sprache“, sagt Rafik Schami. Der in Damaskus geborene Autor unterteilt sein neues Buch in Themen wie „Geheimnis“ und „Sehnsucht“ und brennt in jedem der sechs Kapitel ein Feuerwerk an skurrilen Situationen ab. Schami erzählt etwa, wie Frauen sich verschwörerisch in einer Pizzeria an ihrem ehemaligen Liebhaber rächen oder wie eine Feier nach ehrlich gehaltenen Festreden eskaliert. Er schildert auch, warum man mit einem Lachen gut Gedanken schmuggeln kann, und warum der Vatikan den Himmel für Heilige aus Europa reserviert hat.

„Es sind Geschichten, die oft in Deutschland spielen, deren Helden aber aus aller Welt stammen“, sagt Schami, der 1971 nach Deutschland kam und in Heidelberg in Chemie promovierte. Rafik Schami ist ein Pseudonym und bedeutet Damaszener Freund. Sein wirklicher Name lautet Suheil Fadél. Längst gilt er als brillanter Beobachter der Lebenswirklichkeit um ihn herum. In einer der schönsten Geschichten begibt sich Herr Moritz nach dem Tod seiner Frau auf Weltreise, ohne aber Deutschland zu verlassen. Hier wird Schami durchaus politisch.

„Mein Sternzeichen ist der Regenbogen“, Rafik Schami, 320 Seitenl