Die jungen Filmemacher haben keine Scheu

Jury-Mitglied Felix Kalaivanan äußert sich sehr positiv zur Alpinale.
Bludenz Am Samstag werden aus 70 Streifen die besten Filme ausgezeichnet und dem Publikum vorgeführt. Erstmals verleihen zwei unabhängige Jurys die Goldenen Einhörner. Die Kategorien „Kurzspielfilm“ und „Animation“ werden von Regisseur Gerlando Infuso, Filmproduzent Denis Mujovič und Lotte Kircher, der Leiterin der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur bewertet. Die zweite Jury besteht aus Filmkritiker Thomas Taborsky, Schauspielerin und Musikerin Anna Starzinger sowie dem Vorarlberger Drehbuchautor Felix Kalaivanan. Sie werden die Sieger in den Kategorien „Horror“, „VR“-Film und „v-shorts“ festlegen. In den Kategorien „Kinderfilm“ und „Publikumspreis“ wird je ein Siegerstreifen durch die Besucher ausgewählt. „Ein preisverdächtiger Kurzfilm zeichnet sich für mich durch einen ehrlichen Umgang mit seinen Figuren und einer stringenten Erzählstrategie aus. Dabei sollte das Hauptaugenmerk auf der Geschichte und nicht auf technischen Spielereien liegen“, sagt Kalaivanan. Der 27-jährige Filmakademiestudent ist eng mit der Alpinale verbunden und konnte 2018 mit seinem Streifen „Metastaaten“ als beste regionale Produktion überzeugen. Sein berufliches Hauptaugenmerk legt der talentierte Filmexperte auf seine Tätigkeit als Drehbuchautor, den Schnitt und dem Verfassen von Theatertexten. Für sein herausragendes Schaffen erhielt er den Anerkenntnispreis beim Kulturpreis des Landes Vorarlberg, weitere Stipendien im Bereich Kinder- und Jugendtheater und das Dramatikerstipendium des Bundeskanzleramts. „Die Sparte ‚v-shorts‘ bietet Erstlingsregisseuren die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren und die Wirkung des eigenen filmischen Schaffens live mitzuerleben. Gleichzeitig stellt das Kurzfilmfestival Alpinale auch einen Treffpunkt für Vorarlberger dar, die für das Filmstudium oder entsprechende Jobs nach Wien oder Berlin gezogen sind und ihre Arbeiten dem heimischen Publikum sowie Kolleginnen präsentieren möchten.“
Die Tendenz ist steigend
Am Freitagabend setzte sich der positive Trend in Bezug auf die Qualität der Kurzfilme fort. Sowohl technisch als auch inhaltlich waren sie gut umgesetzt und sorgten für anspruchsvolle Unterhaltung. Die belgische Produktion „Wildflowers – The Children of Never“ handelte von Traumata und deren Aufarbeitung. Wie sich das Ende einer großen Liebe anfühlt, wurde in „Paradiesvogel“ aufgegriffen. Es folgten tiefgründige Werke über Freundschaft, Ängste und schwierige Lebensentscheidungen. In der Kategorie „Horror“ liefen unheimliche Geschichten, die zu Gänsehaut-Momenten führten. „Das Niveau der nominierten Filme ist in allen Kategorien konstant sehr hoch, die Tendenz ist steigend. Das liegt wohl auch an der Digitalisierung, die verschiedenen Online-Plattformen dienen zum Eigenstudium und zur Diskussion. Hinzu kommt, dass junge Filmemacherinnen und Filmemacher neue technische Mittel ohne Scheu souverän zum Einsatz bringen können.“ mir
