Skulpturelle Rasterfahndung

Bregenz Die Pädagogik der 70er-Jahre hatte viel zu bieten. Der Frontalunterricht wurde infrage gestellt, während zeitgleich die Kinderlein ihren Namen tanzten. Was der Künstler Gerold Tagwerker (1965 in Feldkirch geboren, in Wien lebend) in den Raum des Bregenzer DWDS („Die Wiedergeburt des Schaufensters“) gezimmert hat, referiert an diese Tage der Unschuld. Es ist ein im Maßstab vergrößertes modulares Stecksystem, bei dem quadratische Elemente, die an den Seiten mit jeweils zwei Schlitzen ausgeführt sind, die so ineinander gesteckt und aneinander gefügt werden, dass eine spielerische räumliche Konstruktion entsteht. Der Kenner mag einwerfen, dass Tagwerker das ja bereits seit 2008 in verschiedensten Institutionen gezeigt hat. Genau hier kommt jedoch der charmant-spielerische Zugang des Künstlers zu seiner Intervention zutage, erlaubt sie ihm doch, diese immer wieder in anderer Form und unterschiedlichem Kontext aufzubauen. Für die Installation im DWDS bedeutet das: raumfüllende, turmhohe, konstruktive, architektonische und gleichsam begehbare Skulpturen, welche auf der horizontalen Ebene durch Werke verschiedener Künstler wie Gottfried Honegger, Herbert Albrecht, Gottfried Bechtold, Heinrich Bobst und Alfred Haberpointner ergänzt werden. VN-HF
„construct_unfinished. Ein Display für Skulpturen“ von Gerold Tagwerker ist noch bis zum 14. 8. im DWDS in Bregenz, Jahnstraße 13–15, zu sehen, www.dwds.info