Mit dem Violinkonzert in D-Dur als Höhepunkt

Kultur / 05.08.2021 • 18:44 Uhr
Als großer Höhepunkt ist sicherlich das Violinkonzert in D-Dur mit dem meisterhaften Violinisten Dalibor Karvay zu bezeichnen. Lech classic/flashaar
Als großer Höhepunkt ist sicherlich das Violinkonzert in D-Dur mit dem meisterhaften Violinisten Dalibor Karvay zu bezeichnen. Lech classic/flashaar

„Beethoven forever am Arlberg“ heißt es bei Pianisten und Geigern des Lech Classic Festivals.

Lech Die junge Pianistin Anastasia Huppmann gehört der russischen Klavierschule an und begann das Dienstag-Programm beim Lech Classic Festival mit dem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3. Dabei wurde Allegro con brio mit wunderschön gespieltem Orchestereinsatz unter Michael Güttler herrlich eingeleitet, wodurch der Geist von Beethovens großem Vorbild Mozart förmlich zu spüren war, und das Lech Festival Orchester ließ die Musik gekonnt fließen. Nach einigen Minuten folgte ein etwas unsicherer Einsatz der Russin am großen Flügel. Sie verbesserte sich im Laufe der folgenden Sätze merklich, konnte jedoch nicht vollkommen begeistern.

In der Folge stellte der Lecher Stammgast Gottlieb Wallisch die große Qualität seiner Kunst beim Klavierkonzert Nr. 4 eindrücklich unter Beweis. Sein brillantes Klavierspiel klang immer leichtfüßig und vollkommen natürlich. Der Pianist fand stets die richtige Balance zwischen zärtlichen Klängen in piano am Beginn, zu gewaltigen Akkorden eines Klaviersturms bis zum munter-fröhlichen Charakter am Schluss. Eine souveräne Leistung, für die sich die aufmerksamen Gäste mit langem Applaus bedankten. Auch am Mittwoch bestach der Wiener bei Beethovens 2. Klavierkonzert mit großer Fingerfertigkeit und Einfühlvermögen. Besonders im lyrischen Teil und bei den träumerischen, fast schwermütig-klingenden Passagen kam großes pianistisches Können zum Tragen.

Schicksalssinfonie

Ebenfalls zu hören war Beethovens Schicksalssinfonie. Orchesterleiter Güttler dirigierte mit meist minimalen Gesten die 5. Sinfonie – in der 31-Minuten-Fassung – und konnte mit genug Dynamik starten. Kurzfristig erklangen die Violinen sehr dominant, jedoch konnte rasch wieder die Einheitlichkeit des Orchesters zurückgewonnen werden und die rhythmische Kraft riss mit. Besonders stark wirkten die hymnenartige Passage und ein schönes Solo der Querflötistin. Durch den folgenden, starken Orchestereinsatz wurde etwas Erhebendes gespürt und Beethovens vorgegebenes Motto „durch die Nacht zum Licht“ konnte musikalisch umgesetzt werden.

Meisterhafter Geiger

Als Höhepunkt ist sicherlich das Violinkonzert in D-Dur mit dem meisterhaften Violinisten Dalibor Karvay zu bezeichnen. Der Slowake bestach mit fantastischen Melodiebögen, erzeugte edelsten Klang und musizierte präzise in das Orchester hinein, und Maestro Güttler legte den musikalischen Teppich. So entstand ein intensiver Dialog, eine herrliche Symbiose zwischen Violine und Orchester, wie man es sich wünscht. Das Festival begeistert mit außergewöhnlicher Qualität – ganz im Sinne des Komponisten.

Das Lech Classic Festival dauert bis 8. August. Am 6. August steht “Fidelio” konzertant auf dem Programm, zum Finale erklingt der 4. Satz der 9. Sinfonie von Beethoven.