Offener Brief der Künstlerschaft erreichte den Landtag

Kultur / 18.04.2021 • 13:00 Uhr
Offener Brief der Künstlerschaft erreichte den Landtag
Bernie Weber, Kultursprecher der Grünen, bei der Landtagsdebatte.  SERRA

Offener Brief zu Verteilungsmechanismen beschäftigt Kultursprecher und Regierung bei Budgetgesprächen.

Bregenz  Mit „Wir müssen über Verteilung reden“ ist ein offener Brief übertitelt, den Kulturschaffende, Interessensvertreter und Leiter von Kulturunternehmen in Vorarlberg, wie berichtet, vor rund einer Woche an Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink richteten. Darin wird nicht nur die Kürzung des Kulturförderbudgets für das Jahr 2021 kritisiert, sondern auch eine Ungleichbehandlung im Vergleich zu anderen Ressorts erläutert sowie für die Einhaltung des Regierungsprogramms plädiert, das die Schaffung von guten Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur vorsieht. Eine konkrete Beantwortung steht noch aus, übermittelt wurde den Medien lediglich eine Aufzählung diverser Förderprogramme in der Pandemie.

Dass diese Einkommensausfälle, die Künstlerinnen und Künstler aufgrund der Auftrittsverbote seit nunmehr einem guten Jahr zu verkraften haben, über die Unterstützungsprogramme nur marginal ausgeglichen werden, verdeutlichte der Abgeordnete Bernie Weber, Kultursprecher der Grünen, anhand von zwei Beispielen bei der jüngsten Sitzung des Vorarlberger Landtages. So erhielt eine Pianistin, der aufgrund ihrer Leistung ein Arbeitsstipendium zugesprochen wurde, umgerechnet etwa 300 Euro im Monat, im Durchschnitt sind es etwa 180 Euro an monatlichen Überbrückungsgeldern, mit denen freischaffende Künstler und Künstlerinnen rechnen konnten. Ausgelöst hatte die Debatte überhaupt erst Abgeordnete Manuela Auer, die den offenen Brief vorlas, um zu bekunden, dass die SPÖ das Anliegen der Kulturschaffenden unterstützt.

Christoph Thoma, Kultursprecher der ÖVP, verwies auf die auch von Bernie Weber erwähnte, in Auftrag gegebene, Prekariatsstudie, um Schritte in Richtung Fair Pay zu setzen. Die Förderungen in der freien Szene seien nicht gekürzt worden, verteidigte er das Budget. Diesem Argument begegneten Kulturschaffende bereits mehrmals mit dem Verweis, dass Unternehmen wie etwa das Landestheater, das Vorarlberg Museum und das Kunsthaus Bregenz aufgrund von Einnahmensverlusten nach den Schließungen sowie der verlangten Sparprogramme und Budgetkürzungen beispielsweise auch weit weniger Aufträge an freischaffende Künstler vergeben können.

Maßnahmen für den Neustart

Wie Brigitta Soraperra, Regisseurin und Mitinitiatorin dieses Künstlerprotests gegenüber den VN bekräftigte, wird vor allem Gesprächsbereitschaft bezüglich der Maßnahmen für einen kulturellen Neustart vonseiten der Regierung vor den nächsten Budgetverhandlungen gefordert.