Ingrid Noll offeriert wieder Liebe, Lügen und Krimispaß

Kultur / 12.03.2021 • 17:00 Uhr
Ingrid Noll offeriert wieder Liebe, Lügen und Krimispaß

Roman Es ist eine Art Kammerspiel, in das Ingrid Noll die Leser ihres neuen Romans “Kein Feuer kann brennen so heiß” entführt. Als Bühne hat sie eine wundervolle Villa mit Garten gewählt. Im Mittelpunkt der Krimikomödie steht Altenpflegerin Lorina Miesebach, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

Wie in anderen Büchern Nolls ist die Hauptfigur eine eher unscheinbare Frau mit geringem Selbstwertgefühl, die bei intimen Beziehungen zu Männern eine Spätzünderin ist. Doch das Feuer wird entfacht: Boris, der singende Masseur ihrer Arbeitgeberin, macht ihr Avancen, denen sie nicht widerstehen kann. Noll wäre nicht die Meisterin des unblutigen Kriminalromans, wenn die geheime Affäre Bestand hätte. Boris zeigt bald sein wahres Gesicht, wird übergriffig und anmaßend. Die Betrogene bestraft ihren Liebhaber – ohne zu ahnen, dass sie den zweifachen Familienvater nie mehr wiedersehen wird. Noll urteilt nicht. Das bleibt den Lesern überlassen, die allerdings nicht viel Mitleid mit dem Schürzenjäger haben dürften.

“Kein Feuer kann brennen so heiß”, Ingrid Noll, Diogenes, 294 Seiten.