Venedig hat es dem Autor Gerhard Roth angetan

Roman Der österreichische Comictexter und -zeichner Klemens Kuck stirbt an den Folgen eines Sturzes über eine venezianische Treppe. Seine Witwe, die Kunsthistorikerin Lilli Kuck, reist in die Lagunenstadt, um Näheres in Erfahrung zu bringen. Sie spürt: Etwas stimmt hier nicht. Nicht zuletzt die Tatsache, dass er in keinem Hotel wohnte, lässt sie befürchten, dass er ein Doppelleben führte.
Es beginnt jene Mischung aus verblüffenden Zufällen, touristischem Interesse und kriminalistischen Rätseln, die Gerhard Roth schon in den beiden vorangegangenen Romanen kultiviert hatte. Roth hat den Bauplan seiner Trilogie beibehalten. Teilweise ziellos oder anhand der Aufzeichnungen ihres Mannes erkundet die Protagonistin die Stadt und die verschiedenen Inseln. Lillis Radius ist deutlich größer als der eines Venedig-Touristen. Immer wieder finden sich Gelegenheiten, kunst- und kulturhistorisches Wissen einfließen zu lassen oder detailreich Straßenszenen und Beobachtungen zu schildern. Hier ist der Autor ganz in seinem Metier.
“Es gibt keinen böseren Engel als die Liebe”, G. Roth, S. Fischer, 256 Seiten.