Er hat das Landestheater entscheidend mitgeprägt

Kultur / 26.02.2021 • 22:14 Uhr
Der Schauspieler und Dramaturg Dirk Diekmann ist gestorben. VN/PS
Der Schauspieler und Dramaturg Dirk Diekmann ist gestorben. VN/PS

Das Engagement des Schauspielers und Dramaturgen Dirk Diekmann wirkt in Vorarlberg weiter.

Bregenz „Das relevante Leben beginnt mit der Schauspielausbildung“ hat er auf der Liste mit seinen Daten angeführt. Es ist nicht nur ein kluger Sager, mit dem Schlagfertigkeit bewiesen wird. Auch wer Dirk Diekmann nicht neben sich auf der Bühne oder vom Regieplatz aus, sondern aus der Perspektive des Publikums begegnete, nimmt ihm das ab. Das Aufgehen in der Berufung, Wahrhaftigkeit im Handeln als Künstler wurde spürbar. Der Schauspieler und Dramaturg (geb. 1958), dem wohl jeder, der das Vorarlberger Landestheater in der Zeit des Intendanten Alexander Kubelka besuchte, attestiert, dass er dieses Haus entscheidend mitprägte, ist vor wenigen Tagen in Innsbruck verstorben.

Es ist der Ort, an dem er vor gut zehn Jahren seine zweite Geburt erlebte. Eine angeborene Lungenkrankheit machte eine Transplantation notwendig. Im Zeitraum zwischen zwei Inszenierungen in Bregenz hatte er sie überstanden und erzählte in den Tagen nach dem ersten freien Durchatmen von der Freude, die er empfand, als das Publikum an seiner Vermittlung von Stückinhalten immer größeres Interesse zeigte. „Die meisten Leute halten es schon für eine Vision, wenn eine Autobahn gebaut wird. Dem allein wirtschaftlich relevanten Denken muss man Ideen entgegensetzen“, sagte er einmal. Dirk Diekmann war hier etwa in Strawinskis „Geschichte vom Soldaten“ zu erleben, bezeichnenderweise auch in Thomas Bernhards Schauspielermonolog „Holzfällen“. Zu seinen Maßnahmen zur Qualitätssteigerung zählte neben der Mitwirkung an der Spielplangestaltung auch der Ausbau der Jugendarbeit. Es waren bedeutende Jahre für Bregenz, bis er als stellvertretender Generalintendant ans Schauspielhaus Düsseldorf berufen wurde. VN-cd