Was nun aus der Kulturhauptstadt-Bewerbung wird

Kultur / 17.02.2021 • 11:30 Uhr
Die von Bettina Steindl zu leitende Entwicklung des Quartiers CampusVäre ist laut Bürgermeisterin Andrea Kaufmann ein wichtiger Schritt in die Zukunft. <span class="copyright">lamprecht</span>
Die von Bettina Steindl zu leitende Entwicklung des Quartiers CampusVäre ist laut Bürgermeisterin Andrea Kaufmann ein wichtiger Schritt in die Zukunft. lamprecht

Aufschlussreiche Dokumentation zur Dornbirnplus-Bewerbung, CampusVäre-Projekt auf dem Weg.

Dornbirn Der Zusammenschluss von Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und dem Bregenzerwald zeige auf regionaler Ebene vor, wie Europa gelebt und gestärkt werden kann, schreibt Martin Selmayr, Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich im Vorwort zur Dokumentation der Bewerbung der drei Vorarlberger Städte mit dem Bregenzerwald um den Titel Europäische Kulturhauptstadt unter dem Motto “Outburst of Courage”: Auch für Europa sei das Miteinander alternativlos: “Das Gemeinsame braucht allerdings immer häufiger mutige Befürworter, das hat sich gerade im vergangenen Jahr gezeigt. Es braucht Unterstützung aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft und es braucht Menschen, die bereit sind, neue Wege zu denken und zu gehen.”

Unterstützt vom Bund

Man erinnere sich: Unter der Leitung von Kulturmanagerin Bettina Steindl wurde der gemeinsame Bewerbungsprozess organisiert, in den namhafte Kulturschaffende, Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen, Museumsleiter sowie die interessierte Bevölkerung eingebunden waren. Im November 2019 stand dann fest, dass Bad Ischl mit dem Salzkammergut im Jahr 2024 den Titel erhält. In Vorarlberg wurde daraufhin entschieden, dass in den Städten und Regionen einzelne Projekte zur etwaigen Umsetzung weiterhin verfolgt werden. Diese Projekte, Konzepte und auch Visionen sollen nun mit einer rund 140-seitigen Dokumentation des Bewerbungsprozesses öffentlich zugänglich gemacht werden. Bezeichnend für Vorarlberg ist dabei wohl, dass die Herausgabe dieser Dokumentation vom Bund mit einem namhaften Betrag mitfinanziert wird, während man in der Kulturabteilung im Amt der Vorarlberger Landesregierung keine Notwendigkeit sah, die schriftliche Darlegung der gemeinsamen Arbeit von drei Städten des Landes finanziell zu unterstützen. Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer dazu: “Auch Dornbirnplus hat sich auf die Suche nach den dringlichsten Fragen unserer Zeit begeben. Die Kulturstrategie, die sich räumlich über Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und den Bregenzerwald zeitlich bis ins Jahr 2030 erstreckt, beweist großen Willen und Leidenschaft für die langfristige Kulturentwicklung in der Region.”

CampusVäre auf dem Weg

Wie berichtet (VN vom 6. Februar), werden Strategien aus dem Bewerbungsprozess für die Entwicklung des Quartiers CampusVäre in Dornbirn genutzt. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann sieht darin “einen wichtigen Schritt in die Zukunft”. In Feldkirch soll die Nachhaltigkeit aus der Bewerbung im Humanismus-Schwerpunkt und der Neupositionierung des Palais Liechtenstein deutlich werden. Ebenso konnte ein Artist-in-Residence-Projekt entwickelt werden. Hohenems bereitet unter dem Titel „Über die Grenze“ mit mehreren Partnern einen Radweg vom Bodensee bis zum Piz Buin vor. Dornbirn habe eine erhebliche ökonomische Krise durch Interaktionspotenziale zwischen Kunst und Wirtschaft gut bewältigt, meint der Musikwissenschaftler Reinhard Kannonier. Auch die Aussagen von Ruth Swoboda, Direktorin der inatura, sind interessant nachzulesen: “Hier ging es um Regionen, um einen Kulturbegriff, der Naturräume genauso mitdenkt wie den öffentlichen Verkehr.“