Stolz ohne Vorurteil

Auch digital bieten „Die drei Friseure“ Musik-Trash-Kabarett vom Feinsten.
Schwarzach Körpernahe Dienstleistungen sind dieser Tage tabu. Das bekommen auch „Die drei Friseure“ zu spüren. Stefan Beer, Daniel Amann und Bernhard Widerin begehen ihre Gratwanderung zwischen Wahnsinn und Genie normalerweise auf den Kleinkunstbühnen zwischen Moskau und Alberschwende. Doch was macht der Hochkulturschaffende, wenn er zum Lockdown verdonnert ist? Viele Kollegen in der Branche versuchen sich an digitalen Formaten und streamen ihre Auftritte. Nicht so die Friseure. „Digital verwöhnen wir unser Publikum lieber mit Musikvideos. Bei einem Live-Auftritt vor der Webcam fehlt uns das menschliche Gegenüber. Ohne direkte Reaktionen, fröhliche Gesichter und Applaus geht das für uns nicht“, klärt Amann auf.
Zur Freude des Konsumenten und als willkommene Abwechslung zur Sieben-Tage-Inzidenz und Stäbchen in der Nase haben die drei Herren nun mit „So Stolz“ ein neues Video produziert. Im Silbertal wurde am Kristberg mit tatkräftiger Unterstützung der Ziegen Babsi, Klara und Emma sowie des Hasen Tiki gedreht. Und ja, auch das Maskottchen der Gruppe, die Winkekatze (Japanisch: Maneki-neko), findet in der verschneiten Landschaft ihren Platz.
Stichproben
Irgendwann wird es aber auch im Kulturleben weitergehen müssen. Aus Freitesten wurde mittlerweile Reintesten. Wird diese Praxis auch bei Auftritten der Friseure angewandt? Dazu Amann: „Wir werden sicherlich bald wieder starten und dann natürlich immer einige Besucher für Stichproben auswählen. Als Kleinkünstler sind wir es ja ohnehin gewohnt, Abstriche machen zu müssen.“ VN-HF
