Neue Impulse für die Kunst trotz Pandemie

Kultur / 10.01.2021 • 14:00 Uhr
Neue Impulse für die Kunst trotz Pandemie
Bisherige Vorhaben im Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis werden verworfen, der Ort wird intensiver beworben. VN/K

Die Kunstszene soll sich nicht nur das legendäre Magazin 4 wiedererobern.

Bregenz Als das Kunsthaus Bregenz noch nicht existierte, war es neben dem Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis vor allem das Magazin 4, in dem internationales Kunstgeschehen in der Landeshauptstadt wahrgenommen werden konnte. Im Schatten der großen Einrichtung, zu der später auch noch das ausgebaute Vorarlberg Museum kam, wurde es schwerer, nach Aufmerksamkeit zu heischen. Dennoch gelang es. Besonders in Erinnerung haben die Bewohner wohl jene Kooperation verschiedener Einrichtungen, aus der das Projekt “Kunst in der Stadt” mit im öffentlichen Raum präsentierten Arbeiten erwuchs. Auf solchen Konzepten will Judith Reichart, die neue Leiterin des Bregenzer Kulturamtes, nicht nur aufbauen. Sie hat die Atmosphäre im Auge, die die Teilhabe breiter Bevölkerungsgruppen am Kunstgeschehen förderte. Erst gut einen Monat im Amt, steht für sie die Wiederbelebung des Magazin 4 konkret auf dem Arbeitsplan. Angesichts der noch immer nicht überwundenen Pandemie will sie dort umgehend Projekte realisieren, an denen Interessierte auch ohne physische Anwesenheit partizipieren können. Grundsätzlich soll das legendäre Magazin über dem Kulturamt aber nicht mehr Ort für alles und nichts sein, sondern als Plattform der jungen Kunstszene wieder Profil gewinnen.

Neue Ideen für das Palais

Die Sommerausstellungen der Landeshauptstadt müssen nach dem diesjährigen Flop mit der ungeschickten Präsentation der eigenen Sammlung vor allem auch marketingtechnisch überdacht werden. Ein Budget von 55.000 Euro ist zuletzt zur Verfügung gestanden, bestätigt Reichart. Dafür kamen aber viel zu wenig Besucher. Über eine Präsentation der Arbeiten der Vorarlberger Malerin Flora Bilgeri (1900-1985) wurde noch vor Amtsantritt von Reichart zumindest intern gesprochen. Interessant, aber vielleicht nicht an diesem Ort, meint sie. Länger vom Tisch sind die Pläne, in Kooperation mit dem Vorarlberg Museum Arbeiten des Malers Fritz Krcal (1888-1983) zu zeigen. Reichart will sich auf Zeitgenossen konzentrieren und berichtet von Verhandlungen für den kommenden Sommer, die noch nicht abgeschlossen sind.

Helfer als bildende Künstlerin

Spannend sind die Projekte, die Bregenzer Galeristinnen im Fokus haben. Lisi Hämmerle, die seit Jahrzehnten eine gute Adresse leitet, könnte einen Coup landen. Sie will Arbeiten der Schriftstellerin Monika Helfer zeigen. Dass die erfolgreiche Autorin, die heuer nach “Die Bagage” den Roman “Vati” herausbringt, auch als bildende Künstlerin tätig ist, wurde bislang kaum offenbart. Isabel Sandner, neu in der Galerienszene, soll neben der Bespielung eigener Räumlichkeiten Ideen für Kunstschaufenster im Zentrum entwickeln.