Wo man mitten in der Stadt ins Meer abtauchen kann

Lichtkunstwerke bieten in Feldkirch bei Einbruch der Dämmerung nicht nur ein optisches Erlebnis.
Feldkirch Das Licht ist längst zentrales Material der Vorarlberger Künstlerin Miriam Prantl. In Anwendung neuer Techniken entstehen Wandobjekte oder Installationen, die zu internationalen Aufträgen, Ankäufen von Museen sowie Kunst-am-Bau-Projekten im In- und Ausland geführt haben. Auch in Ausstellungen im Rahmen der Biennale in Venedig war Prantl mit ihren Arbeiten vertreten. Angesichts des Auftrags für das Projekt “Spotlight” in Feldkirch hat sie den Wunsch der Passanten nach einem locker erfahrbaren, optischen wie akustischen Erlebnis ins Auge gefasst. Auf dem Jahnplatz wurde eine nahezu vier Meter lange und zwei Meter breite gläserne Box errichtet. “Aquamarin” lautet der Titel und ob dieser Raum wirklich mit Meerwasser gefüllt ist, das soll seit Freitagabend der Fantasie der Betrachter überlassen sein. Jedenfalls wird man angesichts der verschiedenen Blautöne und der Klänge, die an symphonische Skizzen von Debussy erinnern, gerne einfach abtauchen, den Platz anders wahrnehmen oder sich mit der Tatsache beschäftigen, dass Prantl die Dimension der umgebenden Architektur bestens berücksichtigt hat.
Ein weiteres Werk im Rahmen von “Spotlight” stammt vom Künstlerkollektiv Neon Golden um Stefan Kainbacher, der ein Portal in der Neustadt nicht nur glänzen, sondern auch auf die Anzahl der Passanten reagieren lässt. Im Rahmen des Projekts sei auch auf David Reumüllers Billboards in der James-Joyce-Passage verwiesen, in denen er eine ornamentale Landschaft entstehen lässt. “Spotlight” soll bis zum 22. November ab der Dämmerung laufen, den neuen Corona-Auflagen zufolge wird dann allerdings doch wohl weit vor 22 Uhr das Licht ausgehen.
