Trost von Kunstschaffenden

Kultur / 30.10.2020 • 22:17 Uhr
Arbeit von Alexander Dölle.

Arbeit von Alexander Dölle.

Von Harald Gfader kuratierte Ausstellung im ORF-Landesfunkhaus ist virtuell zugänglich.

DORNBIRN „Augentrost“: Der Name sagt es bereits, das hübsche Wiesenblümchen, das auf Magerwiesen bis in die Hochgebirgsregionen hinauf gedeiht, wird seit altersher als schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Heilkraut zur Behandlung von Augenbeschwerden eingesetzt. Linderung täte auch den durch die Pandemiebedingten mangelnden Ausstellungsmöglichkeiten stark eingebremsten Kunstschaffenden im Land wohl. Das haben der ORF Vorarlberg und Harald Gfader, seit 2017 Kurator der Reihe „Kunst im Funkhaus“, konstatiert und das Landesfunkhaus für so viele Künstlerinnen und Künstler wie bisher noch nie geöffnet.

Petersburger Vielfalt

Unter dem Motto „Wir spenden Augentrost“ (Gfader) versammelt die nach der Heilpflanze benannte Schau quer durch die Vorarlberger Kunstszene nicht weniger als 37 heimische Positionen, darunter Amateure und Profis, Abstrakte und Figürliche, Konkrete und Poetische, zwei- und dreidimensional Agierende, die mit einem oder gleich mehreren, zumeist kleinerformatigen Arbeiten vertreten sind. Einer solchen Mannigfaltigkeit ist nur durch Petersburger Hängung beizukommen und so reiht sich dicht an dicht Bildwerk an Bildwerk. Nachdem das Pop-up-Format derzeit nur virtuell auf der ORF-Website besucht werden kann, wo man sich von Bild zu Bild klickt, nimmt man die Bilderflut nicht als Konglomerat wie in der Ausstellung, die auch vom bunten Nebeneinander lebt, wahr, sondern als geordneten Strom aus Einzelarbeiten. Das Durchblättern am Bildschirm hat zwar etwas für sich und muss in diesen Tagen genügen, ersetzt aber nicht den Eindruck des Originals, zumal man über die Arbeiten nicht mehr erfährt als Titel und Künstler.

Konkret, konzeptuell

Dennoch gibt es einiges zu sehen und zu entdecken. Neben den Künstlerinnen und Künstlern des ARTelier Vorderland, die nicht zum ersten Mal durch die elementare Unmittelbarkeit ihrer Bildsprache auf sich aufmerksam machen, sind es vor allem einige Konkrete, Konzeptuelle und sehr reduziert arbeitende Kunstschaffende, die aus dem Gros der gegenständlichen und figurativen Darstellungen herausstechen. In Ilse Aberers Malerei tauchen gefaltete geometrische Figuren auf, während Christian Eder in ganz neuen Arbeiten „Lineaturen vor Farbfeldern“ zeigt. Reduziert aufs Äußerste die Linolschnitte von Franz Gassner, subtil die collagierten Papierarbeiten von Christoph Luger, während bei Alois Galehr die Lok übers Papier fährt und Spuren hinterlässt. Gernot Riedmanns Reliefs sind Afrika-inspiriert und Rouven Dürrs an eine Extremität erinnernde Gips-Arbeit ist die einzige Skulptur in der Schau. Genäht, gerissen und gestrichelt

Bianca Lugmayrs Nähbilder entstehen durch Malen, Nähen, Drucken, Sticken, Fotografieren und Collagieren, wohingegen Alexander Dölle gänzlich ohne Farbe auskommt und seine „Papiermalerei“ aus kleinen Papierschnipseln fertigt. Unbeeindruckt vom Lockdown ziehen die Wolken in den Gemälden von Johan Jansen über den Himmel, zart-harte Metallstiftzeichnungen von Sabine Luger fordern genaues Hinschauen. Marko Zinks rätselhaft-bezaubernde fotografische Inszenierungen mit Masken und Körpern bilden einen Kontrapunkt zu den technoid anmutenden Abbildungen von Eva Kees, schnappschussartig agiert frauklocker und mystisches Hell-Dunkel generiert Christian Geismayr mittels Camera obscura. Auch an Landschaften, Stadtansichten und Porträts mangelt es u.a. dank Künstlern wie Rudl Lässer, Martin Dietrich, Gerhard Mangold, Markus Grabher oder Mila Plaickner nicht in der Ausstellung.

Arbeit von Alexander Dölle.
Arbeit von Alexander Dölle.
Porträt von Mila Plaickner.
Porträt von Mila Plaickner.
Porträt von Mila Plaickner.
Porträt von Mila Plaickner.
Arbeit von Bianca Lugmayr.

Arbeit von Bianca Lugmayr.

asdfasdf???
asdf
asdf???
Fotoarbeit von Marko Zink.
Fotoarbeit von Marko Zink.
Fotoarbeit von Marko Zink.

Fotoarbeit von Marko Zink.

Landschaft von Martin Dietrich. AG
Landschaft von Martin Dietrich. AG
Arbeit von Gerhard Mangold.

Arbeit von Gerhard Mangold.

Die Ausstellung im ORF-Landesfunkhauses in Dornbirn läuft bis 28. Februar 2021, Corona-bedingt ist ein Besuch derzeit nur virtuell unter vorarlberg.ORF.at möglich.