Ein nervenzehrendes Leinwandspektakel

Kultur / 28.10.2020 • 17:45 Uhr
Gerard Butler bekommt es mit einem tödlichen Himmelskörper zu tun. Impuls Pictures
Gerard Butler bekommt es mit einem tödlichen Himmelskörper zu tun. Impuls Pictures

In “Greenland” befindet sich ein riesiger Komet im direkten Anflug auf die Erde.

thriller, Action Zur Eröffnung des Zweistünders steht Gerard Butler auf einem unfertigen Hochhaus: „Irgendwas ist immer“, grummelt der von ihm gespielte, schlecht gelaunte Bauingenieur John. Dass er damit gehörig untertreibt, dass noch die unglaublichsten Herausforderungen auf ihn warten in diesem Katastrophenfilm aus Hollywood, das freilich kann die Hauptfigur in diesem Moment nicht ahnen. Das Duo aber, das sich zusammen in das Kinospektakel „Greenland“ gestürzt hat, das kennt sich schon: Erst 2019 drehten Butler und Regisseur Ric Roman Waugh gemeinsam „Angel Has Fallen“, ein ebenfalls nervenzehrendes, actionreiches Werk. Ganz allein steht Butler hier nun aber nicht vor der Kamera: Seine Filmfrau Allison, gespielt von Morena Baccarin, kennt man vielleicht aus der Serie „Homeland“, vielleicht aus dem Film „Deadpool“.

Überleben ist alles

Kaum zu Hause, geht es für Protagonist John weiter mit dem Stress. Seine Frau und er haben sich getrennt, ab und zu aber darf er den siebenjährigen Sohn Nathan sehen – und bei der Hausparty ordentlich mitanpacken. Während des Zusammentreffens mit Nachbarn mehren sich die schlechten Nachrichten im Fernsehen: Ein Komet rast auf die Erde zu und ist deutlich gefährlicher als zunächst angenommen. Bald finden sich Nathan, Allison und John in ihrem SUV wieder, auf dem Weg zu Flugzeugen, mit denen sie und andere zu Bunkern in Grönland gebracht werden sollen. Die Nachbarn dürfen leider nicht mit an Bord. Keiner weiß warum, anscheinend hat die Regierung nur einige Menschen auserwählt, die die Katastrophe überleben sollen.

Wie schnell Menschen im Angesicht eines Desasters ihr Mitgefühl ablegen, wie schnell sie in den Überleben-ist-alles-Modus schalten, das führt „Greenland“ mit so übertriebenen wie teils dann doch beeindruckenden Bildern vor Augen. Gerade in der ersten Stunde mutet das Actionstück denn auch ein wenig wie ein Sozialexperiment an: Wer behält sie am längsten: seine Menschlichkeit?

Greenland

Regie Ric Roman Waugh

Darsteller Gerard Butler, Morena Baccarin, Roger Dale Floyd, Scott Glenn, Randal Gonzalez

Start 29. Oktober