Hoffnung auf Gesprächskultur zwischen Stadt und Land

Kulturhäuser stemmen sich gegen düstere Prognosen, Dialog zwischen Stadt und Land soll in Gang kommen.
Bregenz „Ich fühle mich nicht an vielen Orten so sicher wie im Theater“, sagt Werner Döring. Weder von den Besuchern noch von den Behörden sei er bislang informiert worden, dass sich Besucher angesteckt hätten. Dem Geschäftsführer der Vorarlberger Kulturhäuser Betriebsgesellschaft (Kuges) stellen sich die nun verschärften Pandemieverordnungen nicht als neu dar, denn schon seit einigen Wochen sind in Vorarlberg nur bis zu 250 Personen bei Veranstaltungen mit zugewiesenen Plätzen zugelassen. Für das Landestheater, das neben dem Kunsthaus und dem Vorarlberg Museum zur Kuges gehört, sind damit weitere Einnahmeneinbußen zu berechnen, mit den Abstandsregeln, die vom Bund aus gelten, hätten 330 Personen im mit rund 500 Sitzen ausgestatteten Theater Platz. Mit der weiteren Reduzierung habe man keine Freude, man nehme sie aber zur Kenntnis.
Reduzierung der Erlöse
Bei den Einnahmen schlagen sie freilich zu Buche. Eine Reduzierung der Erlöse bis deutlich über 35 Prozent sei bereits bislang hinzunehmen. Am stärksten betroffen ist das Theater. Dass die fehlende Summe über die Subventionen für die Häuser nicht kompensiert wird, bereite ihm Sorgen. Derzeit sind die Budgetverhandlungen im Gange. Während er hört, dass das Tiroler Landestheater in Innsbruck mit zusätzlichen drei Millionen Euro bedacht wird, hofft man hinter den Kulissen, dass es in Vorarlberg zumindest nicht zu einer Nulllösung kommt. Döring will dabei nicht unerwähnt lassen, dass das Land die Summe für die Kulturhäuser vor allem im letzten Jahrzehnt immerhin sukzessive angehoben hatte.
Die Stadt Bregenz profitiert
Mit insgesamt elf Millionen Euro werden das Theater, das Vorarlberg Museum und das Kunsthaus vonseiten des Landes bedacht. Die Stadt Bregenz profitiert davon. “Es ist nachgewiesen, dass wir positive soziokulturelle und sozioökonomische Effekte erwirken.” Für den finanziellen Beitrag der Stadt Bregenz sei er dankbar, aber er betrage gerade einmal 61.000 Euro. Für die Nutzung des Kornmarkttheaters zahlt die Kuges hingegen einen jährlichen Pachtzins von 320.000 Euro an die Stadt. Die Zahlen sind hinsichtlich eines Problems interessant, das schon seit Längerem gelöst werden sollte. Nachdem der Konflikt um die Belegtage dahingehend beigelegt werden konnte, dass das Landestheater nun das Haus am Kornmarkt nicht nur an 180 Tagen im Jahr, sondern durchgehend nutzen kann, ist es immer noch ungeklärt, wie unbedingt notwendige Sanierungen finanziert werden. Döring setzt seine Hoffnungen auf eine Gesprächskultur, die mit dem neuen Bürgermeister der Landeshauptstadt, Michael Ritsch, in Gang kommen soll.
Theatersanierung in Stufen
“Wir verstehen alle, dass das Interesse des Landes, in eine fremde Immobilie zu investieren, eher bescheiden ist.” Abgesehen davon, dass er einen Vorteil darin sieht, wenn das Land das Haus überhaupt erwerben kann, müsse rasch eine Lösung gefunden werden. Prioriät hat die Kommunikationsschaltstelle, die derart marod ist, dass dies bald die Sicherheit im Haus gefährden könnte. Die Gesamtfinanzierungssumme wurde mit 4,8 Millionen Euro errechnet, wobei die Sanierung in Stufen von drei bis fünf Jahren erfolgen könnte. Man brauche die Summe somit nicht sofort, dringend notwendig sei aber ein Plan, der von Land und Stadt gemeinsam erarbeitet wird.