Rufe nach Suspendierung und Rundumerneuerung

Kultur / 23.10.2020 • 19:24 Uhr
Die Leitung des  HGM steht in der Kritik. APA
Die Leitung des  HGM steht in der Kritik. APA

Der RH-Bericht zum Heeresgeschichtlichen Museum schlägt Wellen.

Wien Nichtbeachtung rechtlicher Vorschriften, Fehlen eines wirtschaftlichen Überblicks und kein Compliance-Bewusstsein: Der Rechnungshofbericht zum Heeresgeschichtlichen Museum schlägt Wellen. Während sich Direktor M. Christian Ortner nicht äußern will, kündigte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) Konsequenzen an. Grüne und SPÖ fordern eine Suspendierung Ortners. Der Bericht attestiert dem HGM „gravierende Mängel“ und listet eine ganze Reihe an Missständen auf. So ergab sich im Zuge der Prüfung der Verdacht möglicher strafrechtlich relevanter Tatbestände. Auch habe das Ministerium seine Dienst- und Fachaufsicht „nur unzureichend“ wahrgenommen. Empfohlen wird eine Evaluierung der Organisationsform. In einer Stellungnahme hielt Verteidigungsministerin Tanner fest: „Das Museum wird Teil meines Ressorts bleiben.“ Den Handlungsbedarf im HGM bezeichnete Tanner als „enorm“: „Wir werden hier nicht tatenlos zusehen.“ Eine Neuausschreibung der Direktion erfolge in Kürze.

Konkrete Forderungen zur Handlungsweise kamen von fast allen Parteien: Das „verheerende Ergebnis“ nahm die grüne Kultursprecherin Eva Blimlinger zum Anlass, eine Suspendierung von Direktor Ortner zu fordern, der sich auch SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda anschloss. Diese „hysterische Forderung“ kritisierte postwendend die FPÖ. Das Verteidigungsministerium müsse sich rasch um die Behebung der Mängel kümmern, erklärten die Neos.