Johanna Doderer: “Vorarlberg ist für mich ein Kraftort”

Kultur / 06.10.2020 • 19:40 Uhr
Komponistin Johanna Doderer, die Preisträgerin (M.), mit Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nussbaummüller, Leiter der Kulturabteilung. <span class="copyright">serra</span>
Komponistin Johanna Doderer, die Preisträgerin (M.), mit Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nussbaummüller, Leiter der Kulturabteilung. serra

Johanna Doderer erhielt den Kompositionspreis des Landes Vorarlberg. Die nächste Oper ist schon geschrieben.

Bregenz, wien „Liliom“, eine Oper nach dem Bühnenstück von Franz Molnár, war ein großer Erfolg und bescherte dem Tiroler Landestheater, wo das Werk von Johanna Doderer nach der Uraufführung in München in einer weiteren Inszenierung realisiert wurde, einen Preis. Nun kann die aus Vorarlberg stammende Komponistin der Liste ihrer Auszeichnungen eine weitere hinzufügen. Auch wenn die Verleihung des Vorarlberger Kompositionspreises coronabedingt nur im kleinen Kreis stattfinden konnte, schmälert das nicht die Bedeutung: “Der Preis freut mich besonders”, betont sie im Gespräch mit den VN. Sie fühle sich dem Land sehr verbunden. “Vorarlberg ist für mich ein Kraftort.” Als Komponistin habe man oft Schwieriges durchzustehen, dass sie die Energie dazu hat, habe sicher mit der Kindheit in diesem Land zu tun. Somit verwundert es nicht, dass sich Johanna Doderer am Morgen nach der Verleihung auf eine Bergwanderung begab, um weitere Kraft zu schöpfen.

„Der Preis hat eine besondere Bedeutung, weil ich mich dem Land sehr verbunden fühle.“

Johanna Doderer, Komponistin

Nach Kompositionsaufträgen der Wiener Staatsoper, die zur Uraufführung von “Fatima” führten, oder des Münchner Gärtnerplatztheaters, ist die nächste Oper schon geschrieben. Aufgrund des Lockdowns wurde die Uraufführung von “Schuberts Reise nach Atzenbrugg” mit einem Libretto von Peter Turrini auf April nächsten Jahres verschoben. Doderer hat noch eine kammermusikalische Fassung erstellt, nicht nur, weil die Pandemie-Auflagen Auftritte von großen Orchestern wieder behindern könnten, sondern damit das Werk auch in kleineren Häusern gespielt werden kann. Wobei klein allein räumlich gemeint ist, denn in den Musikzentren der Welt mit ihren renommierten Einrichtungen ist Doderer längst angekommen. 200 Kompositionen nahezu aller Gattungen umfasst ihre Werkliste. Für die Oper “Der leuchtende Fluss” erhielt sie den Ernst-Krenek-Preis. Es überrascht nicht, dass das Juryvotum für den mit 10.000 Euro dotierten Kompositionspreis des Landes Vorarlberg einstimmig ausfiel. Komponieren verlange neben der schöpferischen Fähigkeit auch Egoismus und Kompromisslosigkeit, erklärte der Musikmanager Thomas Heißbauer in seiner Laudatio und wünschte sich, dass dies Frauen im vermehrten Maß zugestanden wird. Konzertveranstaltern ist es klar, ein Klavierquartett von Doderer erklingt am 22. November im Wiener Musikverein.

Zur Person

Johanna Doderer

Geboren: 1969 in Bregenz, aufgewachsen in Dornbirn

Ausbildung: Studium Komposition in Graz und Wien

Werke: zahlreiche Werke für Kammermusik, Orchester und Solisten, Lieder, Opern wie „Liliom“ und „Fatima“, „Der leuchtende Fluß“, „Strom“ etc.

Auszeichnungen: u. a. Krenek-Preis, Kompositionspreis des Landes Vorarlberg