Ausgedünnter Kulturkalender: Die Absagewelle rollt weiter

Beschränkung auf 250 Besucher dünnt Kulturkalender weiter aus und verursacht Kosten.
Bregenz, FEldkirch Am 16., 17. und 18. Oktober sollte das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) unter der Leitung von Kirill Petrenko im Festspielhaus in Bregenz und im Montforthaus in Feldkirch die 9. Symphonie von Gustav Mahler aufführen. Der Auftritt des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, mit dem viele Vorarlberger seit seiner Studienzeit in Feldkirch verbunden sind, ist ein längst ausverkauftes Konzerthighlight. Nur leider wird nichts daraus, in Vorarlberg werden die Pandemiepräventionsauflagen seit einigen Tagen dahingehend verschärft, dass neben dem Maskentragen und Abstandhalten indoor nur noch 250 Besucher zugelassen sind. Ein SOV-Auftritt musste, wie berichtet, bereits kurzfristig storniert werden, der Oktober-Termin ist, wie SOV-Geschäftsführer Sebastian Hazod den VN auf Anfrage bestätigt, nun auch gestrichen. Hazod setzt alles daran, dass dies nicht ersatzlos geschieht, mit Petrenko einen Termin zu finden, sei aber eine Herausforderung.
„Wir arbeiten daran, mit Kirill Petrenko einen neuen Termin zu finden.“
Sebastian Hazod, SOV-Geschäftsführer
Zudem gibt es noch die große Unbekannte, denn niemand kann sagen, wann das Land die 250-Personen-Beschränkung wieder aufhebt. Eines steht sowieso fest: Die Auflagen und Verbote bescheren dem SOV im kommenden Jahr ein riesiges Minus im Budget, das, wie immer wieder berichtet, ohnehin so knapp bemessen ist, dass der Kampf ums Überleben seit Jahren thematisiert wird.
Kein Meisterkonzert, kein Tanz
Bezüglich des nächsten Bregenzer Meisterkonzertes hält man sich im Kulturamt der Landeshauptstadt vorerst bedeckt. Der am 11. Oktober angesetzte Auftritt der aus Mitgliedern der Wiener und Berliner Philharmoniker bestehenden Philharmonix dürfte aber der Verordnung zum Opfer fallen. Gegen Ende Oktober wäre ein weiteres Meisterkonzert angesetzt. In Bregenz wartet man auf die Rückkehr von Kulturamtsleiterin Jutta Dieing aus dem Urlaub, bevor etwas verlautbart wird. Hinter vorgehaltener Hand wird aber über das Absageprozedere des gesamten Festivals Bregenzer Frühling gesprochen. Ab Mitte Oktober wären Auftritte von Tanzensembles vorgesehen gewesen. Um die 220.000 Euro werden dafür aufgewendet. Die hat man mehr oder weniger in den Sand gesetzt.