Man spielt “Endspiel”, ist aber ganz und gar nicht am Ende

Kultur / 28.09.2020 • 22:45 Uhr
Man spielt "Endspiel", ist aber ganz und gar nicht am Ende
Für die erste Produktion tut sich das Ensemble Unpop mit dem Theater Wagabunt (im Bild eine Szene aus “Die Humanisten”) zusammen. STARK

Ensemble für Unpopuläre Freizeitgestaltung (Unpop) will mit zwei Projekten im Jahr weiterkämpfen.

Dornbirn Nach mehreren inspirierenden Aufführungen auf der kleinen Bühne im Dornbirner Kulturhaus standen die Zeichen lange nicht gut für das erst vor wenigen Jahren  von Stephan Kasimir und Caro Stark gegründete Ensemble für Unpopuläre Freizeitgestaltung, kurz Unpop. Abgesehen davon, dass es, wie Kasimir im Gespräch mit den VN berichtet, “einige Signale vom Land gibt, die Hoffnung geben”, will man aber mit dem knappen Budget weiterkämpfen. Im kommenden Jahr sind zwei Produktionen geplant, die erste betrifft das Stück “dritte republik (eine vermessung)” des österreichischen Autors Thomas Köck, das ab Ende Februar gespielt wird. Köck skizziert in diesem aktuellen, hochpolitischen Text das Schlittern eines demokratischen Staates in die Autokratie.

Was dann kommt, ist vorerst noch offen, allerdings schöpft man auch Kraft aus dem Publikumszuspruch, der dem Team unter anderem auch bei einer Produktion zuteil wurde, die Stephan Kasimir als Regisseur und Caro Stark als Ausstatterin mit dem kleinen Theater Wagabunt realisierten. “Die Humanisten” von Ernst Jandl sind, verbunden mit bissigen Texten von Thomas Bernhard, Peter Handke, Elfriede Jelinek, Franz Grillparzer oder Claus Peymann, dem Publikum noch bestens in Erinnerung.

Eine Frage der Zeit

Wer etwa Wolfgang Pevestorf oder Robert Kahr damals sah, für den war es nur eine Frage der Zeit, dass sich Unpop und Wagabunt nach der gelungenen Produktion “Warten auf Godot” eines weiteren Beckett-Stücks annehmen. Jetzt ist es soweit, vor der Tatsache, dass die Hauptrollen bereits von den namhaftesten Schauspielern verkörpert wurden, scheut man sich nicht, man probt bereits “Endspiel”, am 22. Oktober findet die Premiere statt. Man erinnert sich, erklärt Kasimir: “Hamm ist blind und kann nicht gehen. Clov ist auch nicht der Gesündeste. Mit seinen steifen Beinen kann er kaum gehen, ­geschweige denn sitzen. Clov hasst seinen tyrannischen Herrn und würde ihn am liebsten verlassen. Aber er bringt es nicht fertig, denn Hamm wäre damit dem Tode geweiht, weil Clov der Einzige ist, der sich um ihn kümmert. Die beiden sind aufeinander angewiesen und kommen nicht voneinander los. Sie könnten die letzten Menschen sein. Aber Hamms Eltern Nagg und Nell sind auch noch da. Sie stecken in Mülltonnen …” VN-cd

Die Premiere von “Endspiel” von Beckett findet am 22. Oktober um 20 Uhr im TiK in Dornbirn als Koproduktion von Unpop und Wagabunt statt. Aufführungen bis 31. Oktober