Lebenserfahrung in komprimierter Form

In seinen Abstraktionen bringt Franz Gassner eine Fülle von Themen zum Ausdruck.
Bregenz Kaum ein Kunstwerk erschließt sich rasch. Wer nach Zwiesprache mit jedem einzelnen Werk trachtet, wer diese Möglichkeit in Ausstellungen mitunter vermisst, dem bietet die Galerie Arthouse in Bregenz die beste Gelegenheit dazu. Präsentiert werden dort nämlich Arbeiten des Vorarlberger Künstlers Franz Gassner (geb. 1941). Wer mit ihm spricht, der erfährt Erwähnung von Texten Kierkegaards, von Armeniens Geschichte, der er vor Ort zu begegnen trachtete, und der Musik, die sich in seiner Kunst widerspiegeln.
Wer aber auch nur einige Fakten kennt, rezipiert die Zusammenstellung der Arbeiten als enormen Gewinn. Nicht weil die Zeit so laut und daher das Leise begehrt ist, sondern weil sich in diesem Leisen, in dieser Reduktion auf eine geometrische Form oder ein Zeichen so viel zu vermitteln vermag. Für Natur und Landschaft hat Gassner nicht nur längst eine eigene Bildsprache gefunden, ihr wohnt viel Lebenserfahrung inne, die berührt. So steht man als Betrachter vor dem Berg Ararat und sieht in dem Dreieck nicht nur die schneebedeckte Spitze, ahnt in den unterschiedlichen Blautönen die Geschichten und die Fakten, die sich um ihn ranken. Es ist weder sentimental noch pathetisch, wenn sich dabei der Begriff Würde herauskristallisiert.
Die Ausstellung Franz Gassner in der Galerie Arthouse in Bregenz (Römerstraße 11) ist bis 12. September (Mo bis Fr, 14 bis 18 Uhr, Sa, 10 bis 12 Uhr) geöffnet.