Der Funke wollte lange nicht überspringen

Das Duo „Flutar“ feierte sein 30-Jahr-Jubiläum beim Festival Resonanzen.
Lorüns Wenn zwei Musiker 30 Jahre lang im Duo auftreten, dann ist ihre musikalische Qualität ebenso groß wie ihr Bekanntheitsgrad in der Region. Entsprechend war jüngst auch das Interesse beim Jubiläumskonzert des Duos „Flutar“ beim Montafoner Festival Resonanzen. Das Kirchlein zum Hl. Johannes Nepomuk erwies sich auch akustisch als stimmiges Ambiente.
Das Duo „Flutar“ besteht aus zwei Musiklehrern, dem Flötisten Martin Vallaster und dem Gitarristen Gerhard Ganahl. Der eine unterrichtet in Feldkirch, der andere in Bludenz. In ihrer Freizeit widmen sie sich der eher mageren Originalliteratur für ihre beiden Instrumente. Auf ihrer Suche nach Material verstiegen sie sich zur Idee, zu diesem Anlass ein „Jahrgängertreffen“ mit Werken von Komponisten zu veranstalten, die alle 1953 geboren wurden. Die Umsetzung erwies sich für ein komplettes Konzert als kaum tragfähig. In einem Programm von durchwegs unbekannten Komponisten aus aller Welt mit eben solchen Werken aus Folklore, Jazz oder Avantgarde können die beiden zwar ihre hohe Kunst zeigen, dabei hätten die Zuhörer doch viel lieber etwas Verständlicheres gehört. Auch sind in dieser Mischung mit Tänzerischem aus Folklore, Jazz und Avantgarde zu viele Stücke einander ähnlich und nicht alle von besonderer Qualität. Das führt bei 16 Werken in eineinhalb Stunden zu lähmender Eintönigkeit, bei der der Funke im Publikum lange nicht überspringen will.
Die beiden Musiker werfen weifellos ihre Routine in der instrumentaltechnischen Fertigkeit und im gut funktionierenden Zusammenspiel ins Treffen und finden auch zu schönen Momenten wie den mehrfachen Tango-Melodien, einer Adaption aus dem Chinesischen oder den gegen Ende zunehmend melodiöser werdenden Beiträgen. Da entsteht dann auch endlich jene Konzertatmosphäre mit kräftigem Schlussapplaus und Zugabe, die man sich bei den – heuer bestens besuchten – Montafoner Resonanzen erwartet. JU
Montafoner Resonanzen: Orgelwochenende vom 3. bis 5. September mit Konzerten in St. Gallenkirch, Schruns und Tschagguns.