Festspielhaft hartnäckig
Ein Lebenszeichen zu setzen, geht auch einfacher, beispielsweise mit rein publikumswirksamen Programmen. Wie es sich nun bei den Festtagen gezeigt hat, entspricht das aber nicht den Bregenzer Festspielen. Eine Opernuraufführung kurzfristig zu realisieren, die Corona-bedingt neu konzipiert wurde, eher. Man baut damit auch auf das, was der ehemalige Intendant Alfred Wopmann begann, als er um die Finanzierung der Uraufführung der Oper „Nacht“ des mittlerweile international gefeierten Vorarlbergers Georg Friedrich Haas kämpfte bevor sein Nachfolger David Pountney etwa mit HK Grubers „Geschichten aus dem Wiener Wald“ neue Werke ins Zentrum rückte.
Elisabeth Sobotka setzt auf Kontinuität, verknüpft mit einer beachtenswerten, im Festivalvergleich beispiellosen Hartnäckigkeit absolute Opernhits mit absolut Neuem. Erst- und Uraufführungen stehen seit ihrem Antritt 2015 regelmäßig auf dem Programm. Peter Eötvös, Zesses Seglias, Otto M. Zykan, Miroslav Srnka, Thomas Larcher, Bernhard Lang und heuer „Impresario Dotcom“ von Lubica Cekovská. „Wind“ des Vorarlbergers Alexander Moosbrugger hat das Virus behindert. Das Werk kommt 2021, flankiert von einer weiteren Uraufführung. Auch das Spektrum der Festspiele, die auf dem See rund 200.000 Besucher anziehen, bleibt somit groß.
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