Altbewährtes und viel Neues

Kultur / 31.07.2020 • 19:29 Uhr
Die beiden Dornbirner Lisa-Marie Berkmann und Roman Zöhrer sind nun für das Programm im Freudenhaus zuständig.  Caravan
Die beiden Dornbirner Lisa-Marie Berkmann und Roman Zöhrer sind nun für das Programm im Freudenhaus zuständig.  Caravan

Lisa-Marie Berkmann und Roman Zöhrer haben konkrete Vorstellungen für die Zukunft des Freudenhauses.

Lustenau Das Freudenhaus in Lustenau hat sich mit Zirkustheater auf hohem Niveau in Vorarlberg ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet und ist als Kulturveranstaltungsort, bei dem auch Kleinkunst und Musiker eine Bühne finden, nicht mehr wegzudenken. Nach vielen Jahren der kulturellen Aufbauarbeit übergeben Willi und Angelika Pramstaller ihr Lebenswerk an ein Team, das schon seit Jahren beim Verein Caravan – Mobile Kulturprojekte und im Freudenhaus engagiert ist.

Musikladen-Pleite

Als langjährig aktives Mitglied hat Roman Zöhrer (50), Geschäftsführer der Offenen Jugendarbeit Lustenau, die Funktion des Vereins-
obmannes übernommen, mit Lisa-Marie Berkmann, die auch für das Conrad Sohm und das Szene Openair tätig ist, wurde eine Vertreterin der jungen Generation zur Stellvertretenden Obfrau gewählt. Ergänzt wird das Team durch Heidi Wimmer und Christiane Wohlgenannt, die künftig für die Gastronomie zuständig sind.

Die Coronakrise hat die Übernahme des Vereins für Roman Zöhrer und Lisa-Marie Berkmann vor besondere Herausforderungen gestellt. „Das komplette Frühjahrsprogramm fiel der Coronakrise zum Opfer und im Herbst wird das Freudenhaus vorerst nur halb gefüllt sein, und das bei gleichbleibenden Künstlergagen und Nebenkosten“, bedauert Zöhrer, der sich einen besseren Zeitpunkt für die Übernahme gewünscht hätte. Einen herben Tiefschlag erlebte der Verein durch die Insolvenz des Musikladens. „Es gingen viele Kartengelder verloren, die dem Corona-Loch noch einen draufsetzten.“ Zöhrer zeigt sich aber zuversichtlich, dass einerseits durch die Besucher und andererseits durch die Unterstützung durch den NPO-Fonds viele der Kosten abgedeckt werden können und man so bis Jahresende „gut über die Runden“ kommt und die Veranstaltungen durchführen kann.

Zirkusschule als Pilotprojekt

Das neue Team hat sich zum Ziel gesetzt, Altbewährtes weiterzuführen und gleichzeitig offen für Neues zu sein. Roman Zöhrer hat bereits klare Vorstellungen: „Eines meiner Ziele ist die Schaffung einer modernen Zirkusschule in Vorarlberg als Pilotprojekt. Etwa, dass es Unterrichtseinheiten im Sportgymnasium und im Sportmittelschulen gibt, wo eine Sparte von Kunst, Theater, Akrobatik und Schauspiel als Fach installiert wird und dieses auch in einen neuen Beruf münden soll.“ Ähnliche Projekte gibt es, so Zöhrer, bereits in Frankreich und Australien. Das Zirkustheater liegt auch Lisa-Marie Berkmann am Herzen. „Wir haben aber auch andere Leidenschaften, die sich im Verein sehr breit fächern. Eine gute Mischung und Abwechslung sind sicher das Wichtigste“, unterstreicht die 29-Jährige, deren großes Anliegen es ist, jüngeres Publikum anzusprechen und die Bekanntheit des Freudenhauses zu steigern.

Der Standort im Millennium Park habe sich laut Berkmann in den vergangenen Jahren sehr gut bewährt, deswegen werde man im kommenden Jahr mit der Gemeinde über eine Verlängerung des Standortes ins Gespräch treten. „Lustenau hat mit dem Freudenhaus eine einzigartige Kulturbühne gewonnen. Wir sind daher voller Hoffnung und Zuversicht, dass wir hier noch viele Jahre bleiben dürfen.“ VN-TAS

„Es gingen viele Kartengelder verloren, die dem Corona-Loch noch eines draufsetzten.“

Die Freudenhaussaison 2020 wird am 13. und 14. August mit Alfred Dorfer eröffnet. Alle Infos zum Programm und den Tickets auf www.caravan.or.at