Die Kunst lebt auch in Zeiten von Corona

Kultur / 29.07.2020 • 20:00 Uhr
Die Kunst lebt auch in Zeiten von Corona
David Ölz zeigt in der alten Sachs-Fabrik eine vielschichtige Ausstellung. ÖLZ, BILDRECHT, 2020

Lorenz Helfer und David Ölz sind während Corona nicht untätig geblieben.

Hohenems Die Firma Collini hat eine lange Tradition sowohl in der Förderung von Kultur in Hohenems als auch in der Lehrlingsarbeit. Bereits Anfang Mai lud Collini vor dem Hintergrund der Coronakrise zu einem Gedankenaustausch zwischen Vertretern namhafter Vorarlberger Unternehmen und Kulturschaffenden ein. Daraus entstanden ist die Initiative “Begegnungen Sommer 2020”. Im Rahmen dieser Kulturveranstaltungsreihe, die Kunst auch in Coronazeiten hochhalten soll, hat der Hohenemser Maler Lorenz Helfer in den vergangenen fünf Wochen sein “Kunstwerk für die Endlichkeit” an eine Innenwand in der alten Sachs-Fabrik auf dem Collini-Gelände gemalt. Eine überbordende Fülle von an Menschen erinnernde Gestalten bedeckt die Frontwand der Fabrik, die in ihrem morbiden Charme an die ehemalige Rüscher-Halle des Kunstraums Dornbirn erinnert. Heute, Donnerstag, übergibt er es dem Auftraggeber, der Firma Collini, gleichzeitig kann das Publikum das Ergebnis in Augenschein nehmen.

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Lorenz Helfer schuf sein "Kunstwerk für die Endlichkeit". Helfer

David Ölz präsentiert daraufhin sein Werk “Schichten”, das ebenfalls während der Coronazeit entstanden ist. Der Künstler schüttete dafür in seinem Atelier in Wien Tag für Tag und Schicht für Schicht Wachs und Beton in einen aus Leinwänden gebauten Quader in der Größe einer Kaffeemaschine. Die Anordnung der grauen Betonbilder im Gegensatz zu den gelben Wachsbildern nimmt den Riss in der Wand als Trennelement auf. Grau und Gelb der Kunstwerke finden sich wieder im Grau des notdürftig gekitteten Betonrisses und der gelben bloßliegenden Röhrenleitung. Wird die vorige Schicht ausgelöscht? Nein, sie verschwindet und bleibt da, ein Gleichnis für das Leben selbst, wo sich Schicht um Schicht auf unsere Bilder vom geglückten Leben legen. Sie verschwinden und bleiben doch da.

Als junger Mann träumt der Künstler davon, mit seinem Werk die Welt zu erobern, im reiferen Mannesalter werden andere Dinge wichtig. Kinder und das einfache Leben werden zentral. Schicht um Schicht legen sich Lebensphasen von Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter auf unsere Träume vom geglückten Leben. Der Künstler aus Hohenems steht dabei in der Tradition der großen abstrakten Künstler Österreichs. Wie Arnulf Rainer übermalt, so überschüttet David Ölz seine abstrakten Vorschichten und rettet sie durch eine fotografische Dokumentation. Der Gebrauch von Wachs und Beton in der Kunst ist natürlich nicht neu, neu aber ist das Arragement mit dem Quader und die Verknüpfung von Malerei und Fotografie in einem täglichen Schüttvorgang.

Ausstellungseröffnung: Ölz & Helfer; 30. Juli, 19 Uhr, Sachs-Fabrik am Collini Areal, Schweizerstraße 65, Hohenems; Fr., 7. August, 19 Uhr, Finissage.