Weithin sichtbarer Impulsgeber

Euterballon der Künstlerin Barbara Anna Husar erhob sich über Bregenz. Nächste Ziele sind europäische Städte.
Bregenz Letztendlich bestimmt die Natur, ob eine Ballonfahrt überhaupt möglich ist. Das ist ein Fakt, der gerade auch im Hinblick auf die Arbeit von Barbara Anna Husar (geb. 1975) von Bedeutung ist. Deshalb freut es die international erfolgreiche Vorarlberger Künstlerin beispielsweise besonders, dass es möglich war, exakt zur jüngst erfolgten Eröffnung der Ausstellung „Geburtskultur“ im Frauenmuseum in Hittisau eine „Eutererhebung“, wie sie die Ballonstarts nennt, zu realisieren. Mit ihrer sozialen Skulptur macht sie, wie sie erklärt, auf die „weibliche Urkraft in der Gesellschaft“ sowie auf die Verantwortung gegenüber der Umwelt, auf Ressourcenschonung oder Achtsamkeit aufmerksam. Die Botschaft kommt an. Vor Jahren schon hat sich die Absolventin der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien nicht nur im Bereich der Malerei etabliert, ihre Installationen entstanden oftmals in der Folge intensiver Auseinandersetzung mit verschiedenen Lebensformen, für die sie auch in Wüstengebieten lebte.
Zukunftsfähig
Trotz des Lockdowns war sie mit den Vorbereitungen für verschiedene Ausstellungen beschäftigt, die sie nach Wien, Neu-Ulm und Berlin führten. Die Ballonfahrt am Montagabend von Bregenz nach Egg war allen Frauen gewidmet, die, wie sie sagt, „in der aktuellen Lage mit Weitblick Transformationsprozesse einleiten, um unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen.“ Hoffnung will sie mit der eindrücklichen Skulptur ebenso symbolisieren und es sei immer wieder schön zu erleben, wie sehr die Menschen vom Anblick des Ballons berührt werden. Das ist nun auch wieder öfter möglich, denn während des Lockdowns waren Ballonfahrten vor allem untersagt, weil es dabei zur Überschreitung der Grenzen in die Schweiz und nach Deutschland kommen kann, die bis Mitte Juni geschlossen waren.
Dabei gibt es gerade im Ausland großes Interesse an der Arbeit von Barbara Anna Husar. Schon vor Monaten wurde mit Regierungsvertretern in der Schweiz über ein Projekt in Bern verhandelt, das in absehbarer Zeit verwirklicht wird. Dass die Vorarlbergerin mit ihrer Kunst in der Lage ist, Botschaften zu vermitteln und Denkanstöße zu geben, wurde längst erkannt. Auch für eine größere Aktion in Wien gibt es eine Starterlaubnis und ein weiteres Ziel ist Paris. Dort hat man auch die Verbindung zur Geschichte im Auge. Die Versuche der Gebrüder Montgolfier auf dem Platz vor dem Schloss Versailles zählen zu den Eckdaten der Ballonfahrt.
Erfahrene Pilotin
Übrigens: Frauen haben sich in diesem Beruf längst durchgesetzt. Die Fahrt am Montag wurde von Nadja Manser-Nussbaumer koordiniert. Sie war einst die jüngste Ballonpilotin in Vorarlberg. VN-cd
„Es ist immer wieder schön zu erleben, wie viele Menschen diese Skulptur berührt.“






