Die Schubertiade ist 2021 wieder umfangreich

Gerd Nachbauer muss nach der Absage eines Großteils der Schubertiade bei der Planung immer noch “Kaffeesatzlesen”.
Schwarzenberg, Hohenems Als Privatunternehmer, dessen Veranstaltungen meist komplett ausverkauft sind, hat es Gerd Nachbauer heuer besonders hart getroffen. Das Kernprogramm im Juni und Ende August in der Bregenzerwälder Gemeinde Schwarzenberg musste der Schubertiade-Geschäftsführer ersatzlos streichen. Die Absage der Liederabende und Kammerkonzerte mit den namhaften Künstlerinnen und Künstlern dieses Genres bedeutet einen großen Verlust für das Vorarlberger Kulturleben und für die Unternehmen jener Branchen in der Region, die von den zahlreichen internationalen Gästen profitieren.
In Gesprächen mit den VN wurde die absolut verbesserungswürdige Informationspolitik der Bundesregierung in Sachen Covid19-Pandemiebekämpfung mehrmals thematisiert. Lange Zeit war völlig unklar, unter welchen Auflagen Veranstaltungen überhaupt möglich sind, nach den Verboten aller Auftritte im Juni stellte sich für Nachbauer heraus, dass auch das weitere Programm im Angelika-Kauffmann-Saal nicht realisierbar ist. Die Schubertiade finanziert sich über die Eintrittspreise. Den Saal nur zu etwa einem Drittel zu besetzen, war für den Geschäftsführer keine Option. Abgesehen davon hätte er, wie er es trotz aller Tragik mit einigem Humor formulierte, eine Lottofee beauftragen müssen, die auslost, welche der Kartenbesitzer, dann ins Konzert dürfen.
2021 kein Sparprogramm
Auch wenn es heuer somit keine Schubertiade in Schwarzenberg gibt, ist Nachbauer nicht von sinnvollen und liebgewonnenen Traditionen abgewichen. Dazu gehört die Programmpräsentation für das kommende Jahr im Verlauf des Festivals. Termingerecht wurden die Musikfreunde nun per Post oder E-Mail informiert, was für 2021 geplant ist. Die Stimmung beim Bestellvorgang sei somit eine komplett andere, denn üblicherweise lege ein Teil des Publikums gleich vor Ort fest, wann es im nächsten Jahr wieder anreist. Die Schubertiade beginnt 2021 am 28. April in Hohenems mit dem L’Orfeo Barockorchester und Schubert-Symphonien, nach einem Konzertblock im Mai – unter anderem mit Kit Armstrong – wird dem Publikum in Schwarzenberg ein gewohnt umfangreiches Programm geboten. Brigitte Fassbaender gibt einen Meisterkurs. Sie soll voraussichtlich auch wieder bei den Bregenzer Festspielen inszenieren. Zwar habe ihm eine Beraterin empfohlen, ein eher reduziertes Programm anzubieten, doch genau das wollte Nachbauer nicht: „Das Publikum soll nicht das Gefühl haben, dass es 2021 ein Sparprogramm bekommt.“ Zudem gab es bereits bestehende Verträge mit Künstlern.
„Das Publikum soll nicht das Gefühl haben, dass es 2021 ein Sparprogramm bekommt.“
Gerd Nachbauer, Schubertiade-Geschäftsführer
In der Branche wird lange vorausgeplant, eine Tatsache, die die Politik noch nicht erkannt hat, denn wie er in diesem Herbst verfahren kann und welche Abstandsauflagen es gibt, dazu hat Gerd Nachbauer auch nach mehreren Anfragen beim Ministerium noch keine verwertbaren Auskünfte erhalten. “Man muss noch Kaffeesatzlesen”, sagt er und bietet bekanntermaßen ab Oktober dieses Jahres noch eine Reihe von Konzerten in Hohenems an.
Auch im Juli übrigens, denn im Markus-Sittikus-Saal sind die Distanzregeln irgendwie zu managen. Aaron Pilsan und Kian Soltani, die beiden Stars aus Vorarlberg, geben ihr Konzert einfach zwei Mal. Sogar eine dritte Auflage wäre aufgrund der großen Publikumsnachfrage möglich. Für die weiteren Abende (etwa mit Konstantin Krimmel, Marie Seidler, Ludwig Mittelhammer, Sumi Hwang, Johann Kristinsson, Ammiel Bushakevitz, Clara Hofer oder Katharina Konradi sowie The Erlkings) sind noch einige Tickets zu haben.
Vom 15. bis 19. Juli findet im Markus-Sittikus-Saal eine Konzertreihe statt, weitere Veranstaltungen ab 1. Oktober, Schubertiade 2021 ab 28. April: schubertiade.at