Philosophicum trotzt Corona und tagt zur Kraft der Fiktion
Lech Das 24. Philosophicum Lech tagt 2020 zum Thema „Als ob! Die Kraft der Fiktion“. Man habe sich nach Monaten voller Unwägbarkeiten entschlossen, die Tagung auch heuer abzuhalten. Zum einen habe es viele Anfragen treuer Teilnehmer gegeben, die sich nach einem positiven Signal sehnten, zudem treffe das Thema den Nerv der gesellschaftlicher Debatten, begründete der Verein.
Von 23. bis 27. September werden daher auch heuer namhafte Referenten für Impulse rund um den Themenkreis Fiktion sorgen. Man werde Phänomene wie virtuelle Welten oder Fake News, Medienblasen und Verschwörungstheorien ebenso beleuchten, wie das Bedürfnis des Menschen nach Imagination, Illusion und Utopien. „Unsere Welt scheint durchdrungen vom Verdacht, dass ein Netz von Fiktionen, Illusionen und Täuschungsmanövern unser Denken und Handeln zunehmend bestimmt und dass die Wirklichkeit immer schwerer zu fassen ist“, so der wissenschaftliche Leiter Konrad Paul Liessmann.
Namhafte Referenten
Liessmann und Autor Michael Köhlmeier, Ideengeber des Philosophicums, führen am 23. September unter dem Titel „Wie man sich täuschen kann“ ins Thema ein. In einem von Michael Fleischhacker moderierten Impulsforum debattieren der ehemalige Bundeskanzler Christian Kern, der deutsche Botschafter Ralf Beste, der deutsche Publizist Alexander Kissler und Neos-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger. Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Ludwig Muxel, LH Markus Wallner und einen Vertreter des Bundes folgen ein Vortrag von Dieter Althaus, Vizepräsident von Magna Europe, sowie ein Impulsreferat von Liessmann. Am Freitag, 25. September, erwarten die Teilnehmer Vorträge der Literaturwissenschafter Thomas Strässle und Daniela Strigl sowie der Philosophen Matthias Burchardt und Andreas Urs Sommer. Abends steht die Verleihung des Essay-Preises „Tractatus“ an, für die in Kürze die Shortlist bekannt gegeben wird. Am Folgetag referieren der Kulturwissenschafter Jan Assmann, der Bildtheoretiker Lambert Wiesing, die Wissenschaftsphilosophin und FAZ-Redakteurin Sibylle Anderl sowie der Filmkritiker Dietmar Dath. Zum Abschluss sind die Kulturwissenschafterin Sophie Wennerscheidt und Medienwissenschafter Roberto Simanowski eingeladen.
Wegen der Pandemie findet das Philosophicum in modifizierter Form im sport.park.lech statt, Anmeldungen sind ab 1. Juli online möglich.