Eine Klangwolke, die begeistert

Tausende Musikerinnen und Musiker machten den Tag der Blasmusik doch noch zum Ereignis.
Lochau, Bludenz „Minute für Minute treffen Bilder und Videos bei uns ein“, freut sich Wolfram Baldauf. Der Obmann des Vorarlberger Blasmusikverbandes bezeichnet die Aktion Klangwolke als vollen Erfolg. Die Wehmut bleibt, keine Frage. An einem normalen ersten Sonntag im Mai wären die meisten der knapp 130 Musikvereine und Kapellen im Land ausgerückt, sie hätten aufgespielt und mit einem breiten Repertoire an Musikstücken die Lebendigkeit der Blasmusikszene verdeutlicht. Heuer steht alles unter dem Motto Abstandhalten bzw. im Zeichen von Versammlungsverboten. Die Auflagen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie machen das Musizieren schwer bis unmöglich. Dass aber gerade der Tag der Blasmusik nicht lautlos vorbeigehen muss, haben Tausende Mitwirkende, darunter auffallend viel junge Leute, auf unterschiedlichste Art bewiesen. Grundsätzlich sind zum vereinbarten Zeitpunkt ab 11.45 Uhr zwei Märsche, nämlich „O du mein Österreich“ und „Dir zum Gruß, Land Vorarlberg“ erklungen. Jeder Instrumentalist spielte seinen entsprechenden Part zum Musikstück, das man per Internet oder Radio Vorarlberg vermittelt bekam. Baldauf: „Ich bin absolut begeistert über die vielen Möglichkeiten der Umsetzungen, die die Musikerinnen und Musiker realisiert haben.“ Man spielte auf den Balkonen, im Garten, vor dem geöffneten Fenster, auf den Wiesen oder hatte beispielsweise auf der Schattenburg in Feldkirch Musikboxen aufgebaut, die die Weisen weithin hörbar machten.
Probedurchgang für das Jubiläum
Wie geht es weiter? Ab Mitte Mai darf zumindest wieder der Musikunterricht stattfinden, aber nur einzelnen oder in sehr kleinen Gruppen. Richtiges Proben ist somit noch nicht möglich. Es werde noch eine Zeitlang brauchen, bis die rund 6000 Musikerinnen und Musiker in Vorarlberg wieder auf entsprechend hohem Niveau aktiv sind. Aus der Aktion schöpfen die Vereine aber auch Mut, bestätigt Baldauf. Und da das mit der Klangwolke ja trotz aller strengen Auflagen so gut geklappt habe und auch mit einem Lerneffekt einherging, werde man sicher daran arbeiten, das Konzept auszufeilen. In vier Jahren feiert der Vorarlberger Blasmusikverband sein 100-jähriges Bestehen. Man könne sich gut vorstellen, dass man nach diesem Muster im ganzen Land gemeinsam auftritt, meint Wolfram Baldauf in Lochau, während Blasmusikreferenten Sara Kapeller in Bludenz die vielen Meldungen und Bilder sortiert, die sie von mitwirkenden Vereinen erhält. VN-cd


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