Symphonieorchester kämpft mit harten finanziellen Einbußen

Abonnenten bringen Solidarität zum Vorarlberger Orchester zum Ausdruck.
BREGENZ Nachdem bereits das Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg am 18./19. April der Coronakrise zum Opfer gefallen ist, trifft das neue Veranstaltungsverbot der Bundesregierung bis Ende Juni nun auch das für 16./17. Mai vorgesehene sechste und letzte Konzert der laufenden Saison mit Bruckners Symphonie Nr. 3 unter Nicholas Milton. Während das erste der beiden Konzerte total entfallen musste, wird für das letzte ein neuer Termin in der nächsten Saison gesucht. Erfreulicherweise haben bereits viele Abonnenten ihre Solidarität zum SOV dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sie auf eine Rückerstattung des im Abopreis enthaltenen Eintritts für das abgesagte Konzert verzichtet und dem Orchester diesen Betrag überlassen haben.
80.000 Euro pro Konzertprojekt
Ein Hoffnungsschimmer für Geschäftsführer Sebastian Hazod (32), der das Orchester seit Herbst 2018 als Nachfolger von Thomas Heißbauer managt: „Dieser Zuspruch erfüllt uns mit sehr großer Dankbarkeit. Es ist nun aber von besonderer Bedeutung, dass dieser Trend anhält, denn dann ist der Topf für Abschlagszahlungen an unsere Musiker umso größer. Pro abgesagtem Abonnementkonzertprojekt steht die Bedrohung von Verlusten in Höhe von über 80.000 Euro im Raum.“ Derzeit wird mit Hochdruck an einer Verlegung des für Mai geplanten Konzerts ins Frühjahr 2021 gearbeitet. Dies würde bedeuten, dass alle bereits für diese Konzerte gekauften Tickets für den Verlegungstermin gültig sind. Viel Arbeit also für das Organisationsteam des SOV, das auf eine positive Entscheidung hofft.
Vom Verbot von Veranstaltungen bis Ende Juni sind darüber hinaus Auftritte außerhalb der eigenen Konzertreihe betroffen. So mussten die Musikvermittlungskonzerte der Bregenzer Festspiele mit „Rigoletto für Kinder“ Ende Mai abgesagt werden. Betroffen sind aber auch die Montforter Zwischentöne mit dem Konzert des SOV im Zuge dieses Festivals. Hazod im VN-Gespräch: „Es ist besonders schmerzlich, dass die beiden Kooperationen mit unseren tollen Partnern und wichtigen Vermittlungsformaten nicht zustande kommen. Aber auch der Entgang der Gagen ist für uns ein großes Thema.“ JU