“Wir wollen feiern, dass wir Mensch sind”

Das Human Vision film festival im Spielboden macht auf die Dringlichkeit der Menschenrechte aufmerksam.
Dornbirn Der nordmazedonische Film “Honeyland – Land des Honigs” ist knapp an einem Oscar vorbeigeschrammt. Doch Aufmerksamkeit erregte er allemal, schließlich behandelt er hochaktuell Themen wie Ausbeutung, Klimaschutz und den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Für das Human Vision film festival im Spielboden wurde er passend zum diesjährigen Motto “Klima- und Umweltwandel” als Eröffnungsfilm am Sonntagabend ausgewählt. “Es war schön zu sehen, wie viele Menschen sich mit diesen bedeutenden Themen auseinandersetzen wollen. Der Andrang war so groß, dass wir zwei Kinosäle gleichzeitig bespielt haben”, freut sich Filmfest-Organisatorin Stefanie Vogel (25). Neben Honeyland werden beim Human Vision film festival, das noch bis Samstag läuft, 15 weitere Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt.

Österreich-Premiere feiert unter anderem die Doku “2040 – Wir retten die Welt!” des preisgekrönten Regisseurs Damon Gameau. Er geht darin der Frage nach, wie wir nachfolgende Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen und was wir gegen den Klimawandel unternehmen können. Mit “Die Kinder der Utopie” von Hubertus Siegert steht ein Dokumentarfilm auf dem Programm, der das Thema Inklusion in den Schulklassen behandelt. Dabei blicken junge Erwachsene auf ihre gemeinsame Grundschulzeit zurück und reflektieren ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Niklaus Hilber zeigt mit “Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes” ein Drama, das vom Kampf gegen die Waldzerstörung im Dschungel von Borneo erzählt.
Ziel des Filmfestivals, das jedes Jahr einen anderen Themenschwerpunkt setzt, ist es, auf die Dringlichkeit der Menschenrechte aufmerksam zu machen. “Das Medium Film ist ein gutes Mittel dazu, dieses Thema in die Gesellschaft zu tragen. Das größte Anliegen des Festivals ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen”, sagt Stefanie Vogel und blickt freudig auf die jährlich wachsenden Besucherzahlen.

Die Filmauswahl erfolge nach mehreren Kriterien, unter anderem sollen die Dokumentar- und Spielfilme auch als Basis für Gesprächsthemen dienen. “Anschließende Podiumsdiskussionen mit Experten und Filmemachern sollen dazu dienen, dass sich das Publikum tiefergehend mit der Thematik auseinandersetzen kann”, sagt die Organisatorin. “Human Vision“ begleitet auch ein spannendes Rahmenprogramm. Gemeinsam mit Kooperationspartnern wie der Inatura, dem Bildungs- und Jungendhaus St. Arbogast oder der HAK Bregenz werden aktuelle Themen im öffentlichen Raum im Rahmen von Workshops und Exkursionen beleuchtet. “Es war uns wichtig, nicht nur den Spielboden zu bespielen, sondern mit unseren Themen in den öffentlichen Raum zu gehen”, sagt Stefanie Vogel.

Mit dem Love & Peace Festival geht das “Human Vision” am Samstag mit Musik von drei Bands, Poetry Slam und Essen aus fünf verschiedenen Nationen ins Finale. “Wir wollen die Menschenrechte nicht nur sichtbar machen, sondern auch feiern, dass wir alle Mensch sind”, sagt die Organisatorin.
Das Human Vision film festival läuft noch bis zum 14. März. Das komplette Programm gibt es unter www.spielboden.at