Pountneys Entdeckung führt zu weiterer Inszenierung von „Die Passagierin”

Weinberg-Oper und Geschichte der KZ-Überlebenden Zofia Posmysz stehen erneut im Fokus.
Graz, Bregenz Die Oper „Die Passagierin“ wird bei der Betrachtung der Leistungen, mit denen David Pountney in seiner Zeit als Intendant der Bregenzer Festspiele das Kulturunternehmen prägte, immer im Mittelpunkt stehen. Mit der szenischen Erstaufführung des Werks von Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) im Sommer 2020 löste Pountney nicht nur ein internationales Interesse an den Arbeiten des beinahe in Vergessenheit geratenen Komponisten aus, er konfrontierte auch mit einem Aspekt deutsch-österreichischer Geschichte bzw. mit Verbrechen und Verdrängung. Das Libretto von Alexander Medwedew (1927-2010) basiert auf der Novelle von Zofia Posmysz (geb. 1923), in der die Schriftstellerin nicht nur die grauenvollen Jahre im KZ Auschwitz schildert, sondern auch eine spätere fiktive Begegnung mit ihrer ehemaligen Aufseherin, die nie zur Verantwortung gezogen wurde.
Die Bregenzer Inszenierung von David Pountney wurde an mehreren Orten in den USA, in London, Warschau und Tel Aviv gezeigt und steht demnächst in Madrid auf dem Programm. Mehrere Bühnen haben eigene Inszenierungen realisiert, darunter die Oper Frankfurt.
Demnächst in Madrid
In Graz wird “Die Passagierin” nun von Nadja Loschky umgesetzt, die musikalische Leitung der Neuproduktion übernimmt Oksana Lyniv. Die Premiere findet am 14. März statt. Das Opernhaus hat einige Rahmenveranstaltungen angekündigt. Man wird sich unter anderem in einer Ausstellung mit dem Leben und dem Werk von Zofia Posmysz beschäftigen, aber auch mit dem Schicksal von Künstlern und Künstlerinnen während der NS-Zeit in der Steiermark.
Premiere der Oper “Die Passagierin” von Weinberg nach der Novelle von Zofia Posmysz in der Neuinszenierung von Nadja Loschky am 14. März an der Oper Graz.