Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Bedeutsa­m mit mehr Künstlerinnen

Kultur / 23.10.2019 • 08:59 Uhr

An sich dürfte es kein Thema mehr sein, aber weil die Verhältnisse so sind und Künstlerinnen nicht nur in der Vergangenheit übersehen wurden, sondern von den Ausstellern nach wie vor schlichtweg übergangen werden, ist jedes Dagegenhalten begrüßenswert. Zu belächeln, dass die Londoner Tate ein Jahresprogramm ausschließlich mit Künstlerinnen ausrichtet, ist ein bewusstes Verkennen der Tatsachen. Freilich wäre es wichtig, dass es nicht nur bei einem Jahresprogramm bleibt, aber in unserer nach Schlagzeilen trachtenden Gegenwart ist diese Initiative ein beachtetes Signal.

Auch der Madrider Prado versucht nun damit zu punkten, die über Jahrhunderte erzeugte Schieflage mit Ausstellungen von Künstlerinnen wie etwa Sofonisba Anguissola wieder etwas zurechtzubiegen. Das Kunsthistorische Museum in Wien richtet den Fokus in der neuen Sonderausstellung nicht nur auf den titelgebenden Caravaggio, sondern auch auf Artemisia Gentileschi. Das Kunsthaus Bregenz (KUB) gehört seit wenigen Tagen Raphaela Vogel. Die deutsche Künstlerin wird gerade sehr gehypt. Wer die Schau gesehen hat, kommt zum Schluss, dass sie ausreichend Potenzial hat, das durchzustehen. Übrigens: Das Mann-Frau-Verhältnis ist im KUB endlich ausgewogen. Auch die Besucherbilanz fällt heuer voraussichtlich besser aus. Das soll so bleiben.