Marbod Fritsch setzt mit Licht ein starkes Zeichen

Der Bregenzer Künstler realisierte mit „Remain In Light“ neue Ausstellung in der Johanniterkirche in Feldkirch.
Feldkirch Unter dem Titel „Remain In Light“ realisierte der Bregenzer Künstler Marbod Fritsch (55) in der Johanniterkirche in Feldkirch die dritte Jahresausstellung und wagt sich damit auf neues Terrain. Im Mittelpunkt der Arbeit steht ein aus Stahl geformter goldener Ring mit Kerzen. „Das ist das erste Mal, dass ich mich künstlerisch mit dem Thema Licht auseinandergesetzt habe“, erzählt Fritsch im Gespräch mit den VN. Bei der Wahl des Austragungsortes wurden bei Marbod Fritsch Jugenderinnerungen wach. „Mit der Stadt Feldkirch habe ich eine lange Verbindung.” Zwischen 1974 und 1978 besuchte er dort das Jesuitengymnasium Stella Matutina. Besonders beeindruckt hat ihn damals das aufwendige Ritual des Messdieners mit den Kerzen. Bis heute versteht Marbod Fritsch das Opferlicht als Zeichen der Hoffnung, das über alle Religionen hinweg strahlt. „Außerdem versinnbildlicht die Kerze die Vergänglichkeit des Lebens.“

„Es entsteht etwas Verbindendes“
Der Anblick in der Johanniterkirche ist ein mystischer. Gefüllt mit über 400 Kerzen hängt der goldene Stahlring, befestigt an vier Seilen, im Kirchenschiff über dem erdigen Grund der Ausgrabungen. Jeder Besucher, egal welcher Religion er angehört, ist eingeladen, eine Kerze anzuzünden. „Man sieht den Glauben der jeweiligen Person nicht auf den ersten Blick. Dadurch entsteht etwas Verbindendes“, erläutert Fritsch die Idee seiner Arbeit. Gerade in politisch herausfordernden Zeiten transportiert der Künstler mit „Remain In Light“ (dt. „Bleibe im Licht“) eine Botschaft, die aktueller ist denn je. Sein Werk wird so zum Symbol religiöser Toleranz.
Eine weitere Arbeit gestaltete der Künstler mit rund 2000 Opferlichtkerzen, die er vor dem Altar platziert. Die Kerzen bilden ein imposantes Textbild, in dem der Titel der Ausstellung „Remain In Light“ zu lesen ist. Dieser bezieht sich auch auf eines der erfolgreichsten Pop-Alben aller Zeiten. „Remain In Light“ erschien 1980 und war das vierte Album der Rockband Talking Heads. „Die Ausstellung soll nicht ausschließlich religiös gedeutet werden. Wie auch der Ort selbst, eine ehemalige Kirche, in der nun moderne Kunst gezeigt wird, verbinde ich die säkulare und klerikale Welt“, erklärt Fritsch.

„Remain In Light“ ist auch der zentrale Gedanke von zwei sechsstündigen Performances zur Eröffnung und zur Finissage der Ausstellung. Die erste Performance entpuppte sich als voller Erfolg. Menschen unterschiedlichsten Glaubens, darunter Buddhisten, Katholiken und Muslime, kamen, um in einem vorgegebenen Rhythmus Kerzen anzuzünden und damit ein Zeichen der Verbindung zu setzen. Fritsch, der sich üblicherweise künstlerisch anderen Materialien widmet, zeigte sich von den Reaktionen der Besucher begeistert. „Ich kann Menschen mit dieser Installation auf eine ganz besondere Weise berühren, das ist einzigartig.”
Die Ausstellung „Remain In Light“ läuft bis 26. 10., Johanniterkirche, Feldkirch. Stille Klang Raum: 27. 9., 19 Uhr; Führung mit Marbod Fritsch: 28.9., 17 Uhr; Performance zur Finissage: 26. 10 ab 18 Uhr