Walserherbst macht aus einer Pause eine “Zwischenzeit”

Kultur / 28.08.2019 • 20:00 Uhr
Walserherbst macht aus einer Pause eine "Zwischenzeit"
Literarisches spielt sich vor allem im Kulturraum der Ruine Blumenegg ab. VERANSTALTER

Im Großen Walsertal lässt die “Zwischenzeit” die Herzen der Kulturinteressierten höherschlagen .

St. Gerold, Thüringerberg Das biennale Kulturfestival Walserherbst macht aus einer Pause eine “Zwischenzeit”: Dietmar Nigsch (68) und sein Team trumpfen mit einem Kulturprojekt auf, das ganz im Sinne von Literatur und Musik steht. Das neue Format, das auch in Zukunft vorgesehen ist, soll sich jeweils einem speziellen Thema widmen und an keine Jahreszeit gebunden sein. Passend zu den Schwerpunkten, wird dieses Wochenende das Große Walsertal zeitgenössisch sowie kulturell belebt.

Den Auftakt des Festivals machen am Donnerstagabend drei Lesungen und ein anschließendes Konzert der Musikwerkstatt Radix. Diese findet heuer zum vierten Mal in der Propstei St. Gerold unter der Leitung von Evelyn Fink-Mennel (47) statt. Bei den Workshops und Sessions, die von Lehrenden aus Österreich, Deutschland, Finnland und Italien betreut werden, erarbeiten die rund 70 Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm im Zeichen der Volksmusik. „Beim Radix erleben wir jedes Jahr eine Steigerung. Ganz besonders freut es uns, dass heuer 20 Kinder dabei sind“, betont Nigsch.

Kulturraum

Literarisches spielt sich vor allem in der Ruine Blumenegg ab: Der Kulturraum, der beim letztjährigen Walserherbst eingeweiht wurde und für 80 Personen Platz bietet, eignet sich optimal für die Autorenlesungen. Dort werden die Besucher unter anderem mit Themen aus der Vergangenheit konfrontiert, die auch heute noch ihre Relevanz finden. „Mit Thomas Bernhard und Norbert C. Kaser werden Werke von Autoren vorgestellt, die meiner Ansicht nach bisher zu wenig beachtet wurden, aber allgegenwärtig sind“, sagt Nigsch. Auch Debütromane und Gedichte finden beim Festival im Biosphärenpark ihren Platz. Um den kulturellen Schauplatz abzurunden, werden die Lesungen von ausgewählter Live-Musik begleitet.

In der Panaromabibliothek haben Besucher die Möglichkeit, durch interessante Literatur zu stöbern.
In der Panaromabibliothek haben Besucher die Möglichkeit, durch interessante Literatur zu stöbern.

Ein weiteres Highlight der “Zwischenzeit” ist die Panoramabibliothek. Dort haben die Festivalbesucher die Möglichkeit, in Büchern zu blättern, aber auch durch Fotos sowie Filmmaterialien, ergänzend zu den Lesungen, zu stöbern. “Die ,Zwischenzeit’ soll ein Ort des Zusammenkommens sein”, sagt der Initiator. “Heutzutage verlieren sich besonders viele Menschen in den digitalen Medien und vergessen dabei, wie es ist, ein Buch in der Hand zu halten.” Das Festival soll für die Besucher ein Platz sein, an dem man sich gerne aufhält.

Die “Zwischenzeit” möchte an den Erfolgen des Walserherbstes anknüpfen, indem großen Literaturschaffenden eine Stimme gegeben wird. Dietmar Nigsch ist sich sicher: “Bei uns stehen Werke im Mittelpunkt, die es wert sind, dass man sich nochmals Gedanken darüber macht.” Derya Metzler

Zwischenzeit 2019: 29. August bis 1. September, Kulturraum Ruine Blumenegg und Propstei St. Gerold, Programm unter: www.walserherbst.at