Ins Weltall ging es für Studierende des Landeskonservatoriums

100-köpfiges Orchester überzeugte im Montforthaus Feldkirch auf ganzer Linie.
Feldkirch Wenn vor Beginn eines Konzerts einer der Veranstalter die Bühne betritt und für das nun Kommende feststellt, dass es „fulminant“ werde, dann darf man durchaus besonders genau hinhören. Nach 60 Minuten Musik musste man im Fall der „Planeten“ im Feldkircher Montforthaus allerdings uneingeschränkt zugeben: Mit der anfänglichen Ansage hatte man absolut recht.
Nun, es ist natürlich schon beeindruckend, wenn da ein gut 100-köpfiges Orchester, das sich aus den Musikern der Südwestdeutschen Philharmonie und Studierenden des Vorarlberger Landeskonservatoriums zusammensetzte, auf der Bühne steht. Dass hier unter der Leitung von Ari Rasilainen ein satter Klang zu erwarten war, stand außer Zweifel. Und so kam es dann auch. Das Konzert war das, was man ein Partnerkonzert nennen könnte. Es war sowohl in Radolfszell als auch in Feldkirch zu hören und begeisterte hier wie dort. Auf Vorarlberger Seite lag die Vorbereitung übrigens ganz in den Händen von Benjamin Lack. Und man kann hier nur sagen: Hut ab!
Vom Mars zur Venus
Jetzt aber zur Musik. Die stellte Gustav Holst mit seinen „Planeten“. Sieben sind es bei ihm – Mond und Erde sind ausgeklammert und auch Pluto fehlt. Der wurde ja erst 1930 entdeckt, während Holsts Suite zwischen 1914 und 1916 entstanden ist. Eine gute Stunde reist man so mit Holst durch das All, vorbei an den Allmächtigen und scheinbar Ewigen. Jedem Planeten schrieb Holst eine ganz eigene Charakteristik zu, entsprechend den namensgebenden Gottheiten, die hinter ihnen stecken. Selbst mit der Astrologie hat sich der Komponist beschäftigt, um schließlich alles in Musik zu gießen.

So beginnt es mit dem kriegerischen „Mars“ und geht über zu Venus, der Friedensbringerin. Dann taucht Merkur, der geflügelte Bote im Blickfeld auf, um schließlich Jupiter, dem Überbringer der Freude Platz zu machen. Mit Saturn betritt das Alter die Bühne und mit Uranus und Neptun taucht man ab ins Zauberhaft-Mystische.
Wenn man Gustav Holst und seiner Orchestersuite op. 32 das Zeug zum großen Kino attestiert, dann ist auch das in keiner Weise Übertreibung. Im Gegenteil, Holst bietet alles auf, was die Musikwelt von damals zu bieten hatte: Orgel, zwei Klaviere, Harfen, Pauken und sogar ein Frauenchor ist vorgesehen. Der wurde in Feldkirch, genauso wie die Orgel, durch Synthesizer vertreten. Mal sphärisch, mal geheimnisvoll, dann wieder imposant und berauschend in wechselndem Tempo, aber immer in seinen Bann ziehend, stellt Holst so die Herrscher über das Gestirn vor.
Übrigens, wem die eine oder andere Passage durchaus sehr bekannt im Ohr klang, der irrte nicht. Holst schuf da in den 1910er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nämlich Musik ohne Ablaufdatum. Bis heute leihen sich Filmkomponisten Motive aus Holsts „Planeten“ aus. „Batman“, „Gladiator“, „Der Herr der Ringe“ und selbst die „Star Wars“-Filme gehören zur großen Planeten-Familie. Man darf das als ein Qualitätsmerkmal beider Seiten werten. Nach rund 60 Minuten landete man, nachdem man durch den Orbit gerauscht war, wieder im Feldkircher Montforthaus. Der Applaus war allen sicher, denn was kann man über einen Konzertabend mehr sagen als: fulminant! Veronika Fehle
Das nächste Konzert mit Studierenden des Landeskonservatoriums – „Francesco Tristano. Klavier und Eleectronics“- findet am 30. Mai, 19.30 Uhr, im Spielboden Dornbirn statt. www.vlk.ac.at