„Zukunftsfähigkeit ist eine Kombination von modernem Handwerk und Tradition.“

„Etwas Wertvolles mit den eigenen Händen zu erschaffen, hat nichts von seiner Bedeutung für die Menschen eingebüßt.“, sagt Ausbilder Jörg Feld von der Bäckerei Mangold in Dornbirn.
Wie viele Lehrlinge werden im Betrieb ausgebildet?
Im Moment bildet die Bäckerei Mangold 29 Lehrlinge aus. Davon vier in der Konditorei, sechs in der Bäckerei und 19 im Verkauf in unseren Filialen.
Was müssen die Unternehmen tun um noch besser zu werden?
Aus meiner Sicht sollte der Arbeitgeber jungen Menschen neben Fachwissen auch Fähigkeiten des sozialen Umganges vermitteln. Das passiert durch Vorbildwirkung im Arbeitsalltag und gezielten Schulungen. Persönlich denke ich, dass unsere Zukunftsfähigkeit vor allem in der Kombination von modernem Handwerk mit Tradition besteht. Mit den eigenen Händen etwas Wichtiges und Wertvolles zu schaffen hat nichts von seiner Qualität für die Menschen verloren.
Unter den Berufsbildern Bäcker und Konditor können sich die wenigsten Jugendlichen und Eltern etwas vorstellen, obwohl jeder von uns das Produkt täglich isst. Wie geht das Unternehmen damit um?
Nach dem Schnuppern sind Eltern als auch Kinder oft erstaunt, wie vielseitig und interessant diese Berufe sind. Wir versuchen mit Messeauftritten, Betriebsführungen und Partnerschaften mit Schulen unsere Lehrberufe wieder bekannter und attraktiver zu machen. Und natürlich bezahlen wir unseren Lehrlingen in der Bäckerei und der Konditorei deutlich mehr als der Mindestgehalt vorsieht.
Wie geht es Ihnen in Ihrem Beruf?
Ich liebe ihn noch immer! Da ich inzwischen Abteilungsleiter bin, habe ich natürlich viel Büroarbeiten zu erledigen. Trotzdem bin ich täglich mit den Lehrlingen an der Tafel und bekomme mehlige Hände. In einem Handwerksberuf ist es oft leichter Wissen zu vermitteln und gleich die Ergebnisse zu sehen. Da muss oft nicht viel gesprochen werden, sondern mehr gezeigt und geübt.
Welche Stärken muss man als Ausbilder haben?
Geduld! Oft viel davon. Und ein ehrliches Interesse daran, jungen Menschen etwas zu lernen und sie ein Stück weit zu begleiten. Der Lehrbetrieb muss ein Ort sein, wo die Jugendlichen sich sicher und betreut fühlen – auch wenn wir Ausbilder und die Berufsschule ab und zu nerven.
Jugendliche, die mit der Lehre fertig sind, haben meistens erst einmal genug vom Lernen und wollen arbeiten. Wie bleiben sie trotzdem?
Wir versuchen ihnen die beruflichen Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen. Natürlich gibt es auch immer wieder jene, die einen Tapetenwechsel brauchen und sich andere Unternehmen anschauen. Das tut im ersten Moment weh, wir versuchen aber offen zu bleiben und freuen uns umso mehr, wenn jemand wieder zu uns zurückkommt.
Wie motivieren Sie Ihre Lehrlinge?
Junge Menschen müssen spüren, dass man an ihnen als Person und an ihrer Entwicklung interessiert ist. Wenn man ihnen nach und nach mehr zutraut und sie in Verantwortung bringt, motiviert das am meisten und auch am nachhaltigsten.
Was wünschen Sie sich von Ihren Lehrlingen?
Um zu schauen, ob die Bewerber zu uns passen nutzen wir die Schnuppertage. Hier merkt man schnell, wer sich wirklich für den Beruf interessiert. Diese Jugendlichen haben eine besondere Art sich alles anzuschauen, Fragen zu stellen und von Anfang an Lust darauf mit Teig zu arbeiten.
Jörg Feld
Ausbildung: Bäcker
Laufbahn: Lehre als Bäcker in Bayern, verschiedene Bäckereien und 2020 Meisterausbildung als Bäcker
Alter: 45 Jahre
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Hobbys: Bogenschießen, Italien
