“Wir geben den jungen Menschen Werkzeuge für ihre Karriere in die Hand“

Karriere / 28.01.2025 • 11:56 Uhr
"Wir geben den jungen Menschen Werkzeuge für ihre Karriere in die Hand“
Gernot Lauterer: “Wer den Willen hat, etwas zu schaffen, dem/der stehen wir wie ein Bodyguard zur Seite. Wir bilden Profis aus, die den ganzen Prozess begreifen und managen.” Foto: Lercher

Gehen müssen sie aber selbst, sagt Ausbilder bei Lercher Werkzeugbau in Klaus, Gernot Lauterer.

Warum sind Sie ein guter Arbeitgeber?

Wir bieten die Vorteile eines Familienunternehmens: flache Hierarchie, kurze Entscheidungswege, offene Türen bei der Geschäftsleitung und das freundschaftliche Du durchs ganze Team. Hier bist du keine Nummer. Der hohe technische Standard, das angenehme Arbeitsumfeld zeichnen uns aus. Darüber hinaus erwerben unsere Lehrlinge bei uns dank des Rotationsprinzips durch alle Abteilungen enorme Kompetenzen für das “Ganze” – von der CAD-Zeichnung bis zum fertigen Kunststoffteil.

Derzeit bildet Ihr Unternehmen 15 Lehrlinge aus in Kunststofftechnologie und Metalltechnik. Wie wichtig sind die Lehrlinge für den Betrieb?

Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen. Bereits während der Lehrzeit bieten wir spannende Perspektiven und zeigen Möglichkeiten für eine berufliche Weiterentwicklung auf. Und das greifen sie auch auf. Die absolute Mehrzahl unseres Nachwuchses bleibt deshalb auch nach der Ausbildung im Betrieb.

Sie sind bereits 20 Jahre Lehrlingsausbilder. Welche Eigenschaften helfen ihnen bei Ihrer Arbeit?

Wir kitzeln aus unseren Youngstern sehr schnell heraus, wohin und was sie wollen. Entsprechend kann man sie dann zielgerichtet fordern und fördern. Als Lehrlingsausbilder lebe ich vor und bin gleichzeitig Sparringpartner. Wir geben den jungen Menschen Werkzeuge für ihre berufliche Karriere in die Hand, öffnen Türen und weisen die Richtung. Gehen müssen sie aber selbst. Wichtig ist, dass die Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet. Hierarchien wie früher funktionieren nicht. Es geht um Vertrauen im Miteinander, das beide Parteien in einem täglichen Prozess aufbauen und pflegen müssen.

Was müssen künftige Lehrlinge haben?

Wer den Willen hat, etwas zu schaffen, dem/der stehen wir wie ein Bodyguard zur Seite. Klassische Softskills sind aber ebenso wichtig – freundlich, ehrlich und respektvoll im Team etwas voranzubringen. Wer das möchte, ist hier am richtigen Ort. Aufgrund unserer sehr dynamischen Ausrichtung sollte man auch offen im Mindset sein – inklusive einer konstruktiven Fehlerkultur. Das bringt alle zusammen voran.

Was müssen die Unternehmen tun um attraktiv zu bleiben oder um noch besser zu werden?

So konservativ das auch klingen mag, Jugendliche suchen auch, oder gerade in unserer digital überfrachteten Welt, Führung und Sicherheit. Unser Lehrlingscoaching, Interviews zum Ausbildungsstart, tägliche Gespräche, auch über den Arbeitsalltag hinaus, zeigen die Bedürfnisse, Ansprüche und Probleme der jungen Leute. Und wir reagieren in unserem Rahmen darauf. Das ist die Software der Ausbildung. Und natürlich muss auch die Hardware begeistern. High-Tech auf dem neuesten Stand, modernste Maschinen und Technologien, zeitgemäße Arbeitsmittel und Lernbedingungen – das muss einfach stimmen.

Wie motivieren Sie Ihre Lehrlinge?

Auch wenn Lehrlinge bei uns sehr rasch in die reale Arbeitswelt und ihre Abläufe eintauchen, bieten wir dennoch einen “geschützten” Raum. Hier dürfen Fehler gemacht und daraus gelernt werden. Und unser Nachwuchs ist vom ersten Tag an ein Teil des Teams. Da motiviert es schon, wenn der alte Hase an der CNC dem Lehrling ein anerkennendes “sauber gemacht” zuruft. Und natürlich sind auch zusätzliche Urlaubstage für gute Leistungen und die gute Bezahlung, im Rahmen des Metall-Kollektivvertrags, eine Motivation für die Berufsstarter.

Gernot Lauterer

Ausbildung: Werkzeugmacher, Meisterprüfung als Mechaniker, zertifizierter Lehrlingsausbilder

Alter: 59

Familie: verheiratet

Hobbys: Familie, Wandern, Gartenarbeit

Homepage Firma: www.lercher.at & www.lehreohneleere.at