“Fleiß, Ausdauer, Talent und ein bisschen Glück”

Johanna Bilgeri erobert das 1. Fagott bei den Wiener Symphonikern
Wien Die junge Vorarlberger Fagottistin Johanna Bilgeri hat sich beim Probespiel für das 1. Fagott bei den Wiener Symphonikern durchgesetzt und wird ab dem kommenden Jahr festes Mitglied. Das Vorprobespiel für die Position fand am 10. Juni im Lorely-Saal in Wien statt, gefolgt vom Hauptprobespiel am 11. Juni im Brahms Saal des Musikvereins in Wien. Für Vorarlberger Musikfreunde ist die talentierte Musikerin besonders durch ihren großartigen Auftritt beim Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg (SOV) im vergangenen Herbst im Festspielhaus bekannt, wo sie das „Konzert für Fagott und Orchester in F-Dur“ von Johann Nepomuk Hummel meisterhaft interpretierte und das Publikum begeisterte.

Johanna Bilgeri, 2001 in Hittisau geboren, begann ihren Fagottunterricht bereits im Alter von sechs Jahren bei Gilbert Hirtz. Von 2016 bis 2019 studierte sie am Landeskonservatorium Vorarlberg bei Prof. Allen Smith, und seit Herbst 2019 setzt sie ihr Studium im Konzertfach an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort.

Die junge Musikerin vertiefte ihr Können in Meisterkursen bei Dag Jensen, Simon van Holen, Matthias Rácz und Sophie Dervaux. Orchestererfahrungen sammelte sie beim Sinfonieorchester Liechtenstein, Wiener Jeunesse Orchester und den Wiener Symphonikern. Als Gewinnerin des „Wiener Symphoniker-Talent“ debütierte sie als Solistin mit den Wiener Symphonikern unter Maestro Andrés Orozco-Estrada.
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2023 war sie zunächst als Vertretung und dann als feste Akademistin in der Orchesterakademie bei den Wiener Philharmonikern tätig. Solistisch und kammermusikalisch gewann sie mehrere erste Preise und Sonderpreise, darunter den 1. Preis beim Internationalen Anton Rubinstein Wettbewerb für Holzbläser 2021 und den „mdw great talent award“ 2022.

Johanna Bilgeri: „Die letzten Tage vor dem Probespiel waren sehr anstrengend. Natürlich versucht man sich immer bestmöglich vorzubereiten, sei es für ein Probespiel, Konzert oder einen Wettbewerb. Dennoch ist die mentale Herausforderung bei einem Probespiel größer als sonst. Die Selbstwahrnehmung hinter dem Vorhang ist oft schwierig, da man kein direktes Feedback vom Publikum bekommt. Man muss die Energie und Spannung über mehrere Runden hoch halten und lange Wartezeiten überbrücken, ohne sich wirklich entspannen zu können. Für mich ist es wichtig, konzentriert zu bleiben und mich nicht ablenken zu lassen. Insgesamt bin ich unglaublich erleichtert und glücklich, dass es geklappt hat. Ich glaube, zu einem erfolgreichen Vorsprechen gehören neben Fleiß, Ausdauer und Talent auch ein bisschen Glück. Ich schätze es sehr, dass ich diesen Beruf ausüben darf und so viele unterstützende Menschen um mich habe.“