Sport Broger Mellau: Sportliche Ausbildung im Fachbetrieb

Karriere / 14.03.2022 • 12:36 Uhr
Sport Broger Mellau: Sportliche Ausbildung im Fachbetrieb
Andreas Broger: „Nun sind wir in der Lage, selbst auszubilden und damit unsere Zukunft abzusichern.“ Foto: Paulitsch

„Den Fahrradmechatronikern stehen in Zukunft alle Türen offen“, sagt Ausbilder Andreas Broger.  

Seit wann bildet der Betrieb Lehrlinge aus?

Aktiv wieder seit 2019. Wir führen den Betrieb aber in zweiter Generation und zuvor wurden schon Lehrlinge seit 1978 ausgebildet. Aktuell lernen im Betrieb zwei Lehrlinge im 2. und 3. Lehrjahr.

Welche Lehrberufe werden in Ihrem Unternehmen ausgebildet?

Unser Ausbildungsschwerpunkt liegt im Beruf Fahrradmechatroniker/in. Den Beruf gibt es erst seit 2019. Wir versuchen unsere Lehrlinge vom ersten Tag an in unseren Betrieb einzubinden und sie arbeiten im laufenden Betrieb mit.

Sie haben den Betrieb 2011 von Ihrem Vater übernommen und seit 2019 bilden Sie Lehrlinge aus. Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrer Rolle?

Als Inhaber des Betriebs und seit der Einführung des Lehrberufes erfüllt es mich mit Stolz, in Zukunft Fachpersonal für unsere Branche ausbilden zu dürfen.

Wie schwer/einfach ist es, mit den Jugendlichen zusammenzuarbeiten?

Ich habe durchwegs gute Erfahrungen gemacht. Wir sind ein kleiner Betrieb und auch sehr familiär geführt. Ich spüre, dass die Jugendlichen dies sehr schätzen und sich super in unser Team einfügen. Die Hemmschwelle, Fragen zu stellen oder diverse Sachen zu besprechen, wird sehr gering, da wir ein junges Team sind und die Lehrlinge sich dabei wohlfühlen.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit das Verhältnis Ausbilder/Lehrling harmoniert?

Ich bin der Meinung, dass man eine gewisse Autorität, zugleich aber auch die nötige Lockerheit mitbringen muss. Für die jungen Menschen beginnt ein neuer Lebensabschnitt und deshalb ist ein gewisses Feingefühl erforderlich.

Wie wichtig sind die Lehrlinge für den Betrieb?

Enorm wichtig. Wir sind in einer Branche, die sich schon länger in einem stetigen Wachstum befindet. Der Lehrberuf wurde spät, aber meiner Meinung nach noch rechtzeitig ins Leben gerufen. Wir benötigen dringend Fachpersonal. Nun haben wir die Möglichkeit, dieses selbst auszubilden.

Wie kommen Sie an gute Auszubildende heran?

Unsere Bewerbung für offene Lehrstellen kommunizieren wir über die sozialen Netzwerke, Internetplattformen wie „Lehre in Vorarlberg“, klassische, regionale Printmedien, aber auch aktiv an den umliegenden Mittelschulen und höheren Schulanstalten.

Was müssen künftige Lehrlinge haben?

Wer gerne seine Freizeit auf dem Fahrrad verbringt und sich für einen technischen Beruf interessiert, ist bei uns immer an der richtigen Stelle.

Wie binden Sie die Eltern mit ein?

Wir haben aktuell Lehrlinge aus unseren Nachbargemeinden. Das bedeutet, dass wir mit den familiären Verhältnissen vertraut sind und die Eltern auch kennen. Dies ist in einem Familienbetrieb ein entscheidender Vorteil.

Was brennt Ihnen unter den Nägeln?

Eine Berufsschule für alle drei Jahre im eigenen Bundesland, was zum Glück ab Herbst ’22 mit der Berufsschule Bludenz erledigt ist.

Was hat sich seit Corona verändert?

Corona hat in unserer Branche einen Boom ausgelöst. Aktuell können wir aber die großen Nachfragen nicht immer bedienen, da es zu Lieferengpässen in allen Bereichen kommt. Die Fahrradbranche ist schnell gewachsen und deshalb war ein Fachkräftemangel vorhanden. Die Verkaufszahlen sind gestiegen, auch der Arbeitsaufwand in den Werkstätten. Nun sind wir in der Lage, selbst auszubilden und damit unsere Zukunft abzusichern. Den Fahrradmechatronikern stehen in Zukunft alle Türen offen. 

Andreas Broger

Ausbildung: Einzelhandelskaufmann

Laufbahn: drei Jahre Lehre im elterlichen Betrieb, drei Jahre in verschiedenen Betrieben der gleichen Branche, seit 2006 wieder im elterlichen Betrieb mit Betriebsübernahme im Jahr 2011, seitdem selbständig

Alter: 37

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Biken, Fußball

www.sportbroger.at